Neue Pfarrerin im September im Amt

Heike Stijohann will in der evangelischen Gemeinde generationsübergreifend arbeiten

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Das Ehepaar Stijohann wird das Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde der Balearen beziehen.

Das Ehepaar Stijohann wird das Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde der Balearen beziehen.

Das viel diskutierte Pfarrercasting vor einigen Wochen hatte sie haushoch gewonnen. Nun hat auch die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) einem Wechsel nach Mallorca zugestimmt. Heike Stijohann wird neue Pfarrerin der protestantischen Gemeinde der Balearen. Sie tritt ihr Amt am 1. September an.

"Heutzutage denkt ja jeder bei dem Begriff Casting an Deutschland sucht den Superstar", so die Pastorin. "Ich persönlich fand es aber eine tolle Sache. Selten gibt es so viel Bürgerbeteiligung bei Personalentscheidungen der Kirche."

In den vergangenen Wochen hatten sich drei verschiedene Pfarrer auf Mallorca vorgestellt. Die meisten Stimmen erhielt bei der finalen Abstimmung Heike Stijohann. Noch leitet sie die evangelische Gemeinde in Bad Meinberg im Teutoburger Wald. Aber für ihre neuen Aufgaben auf der Insel hat sie bereits Ideen: Vor allem möchte sie generationsübergreifend arbeiten und den Alltag in der Gemeinde durch viele Aktionen lebendig gestalten.

"Gemeinde bedeutet miteinander, Gemeinde bedeutet Halt, Gemeinde bedeutet eine Oase in der Wüste", so Stijohann. Menschen sollen zueinander finden und sich vernetzen. "Gerade im Ausland kann Gemeinde auch ein Stück Heimat sein. Ich hoffe sehr, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann."

Dabei unterstützen wird sie ihr Ehemann Paul. Der Diplom-Sozialarbeiter ist im Ruhestand und möchte seine Kraft einsetzen, um seiner Frau bei der Gemeindearbeit zu helfen. Heike Stijohann ist überzeugt davon, dass das gelingen wird: "Paul ist pensioniert und möchte die Gemeinde auf seine Weise bereichern. Er ist passionierter Wanderer, Radfahrer und Hobbykoch. Er möchte Touren und Kochabende anbieten."

Besonders gespannt ist die neue Pfarrerin auf die ökumenische Arbeit auf den Balearen. In Deutschland hat sie nach eigener Aussage mit den katholischen Kollegen nur positive Erfahrungen gemacht. Sie hofft, dass es auch in Spanien so sein wird. "Wichtig ist, dass man sich gegenseitig schätzt und respektiert. Natürlich haben wir in vielen Dingen andere Ansichten, aber wir erkennen die kirchliche Kompetenz des anderen an und gehen kollegial miteinander um. Sicherlich neigt man dazu, zu denken, die katholische Kirche sei in Spanien konservativer als in Deutschland, aber ich bin überzeugt davon, dass wir eine gute Basis finden werden."

Bereits im Mai wird Stijohann einige Tage auf Mallorca verbringen, um ihre neue Konfirmandengruppe kennenzulernen. "Die Arbeit mit jungen Menschen liegt mir besonders am Herzen. Ich glaube, wenn wir noch mehr Aktionen für Familien organisieren, gelingt es uns, mehr junge Menschen für die Gemeinde zu begeistern."

Spanische Zeitungen, so Stijohann, könne sie lesen. Auch das Sprechen klappe recht gut. Nur wenn die Einheimischen "loslegen", habe sie noch Probleme. Doch damit soll bald Schluss sein. Bevor das Ehepaar ins Pfarrhaus einzieht, wird es noch einen Intensiv-Sprachkurs auf dem spanischen Festland belegen.

Im Juli soll dann der große Umzug vonstattengehen. Ab Mitte August wollen die Stijohanns auf Mallorca sein, damit vor Amtsantritt noch genügend Zeit bleibt, sich den neuen Nachbarn vorzustellen.

Die Musikgruppen ihrer Heimatgemeinde, so Stijohann, werden ihr fehlen. Der graue Himmel über dem Lipperland sicherlich nicht.

(aus MM 18/2014)

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