"Grüner Weg" von Arenal nach Llucmajor

Eisenbahn-Freunde machen sich stark für Wanderweg auf historischer Trasse

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Wie in Deutschland gibt es auch auf Mallorca einen großen Kreis von Eisenbahn-Fans. Er macht sich stark für die Bewahrung, Pfleg

Wie in Deutschland gibt es auch auf Mallorca einen großen Kreis von Eisenbahn-Fans. Er macht sich stark für die Bewahrung, Pflege und Nutzung des Transportmittels.

Foto: Foto: Ultima Hora
Wie in Deutschland gibt es auch auf Mallorca einen großen Kreis von Eisenbahn-Fans. Er macht sich stark für die Bewahrung, PflegDer Verein der Freunde der Eisenbahn (AAFB) besteht seit 1989 und zählt 90 Mitglieder. Die "Brücke der sieben Bögen" befindet sich zwischen Arenal und der Wohnsiedlung Las Palmeras.Der Zug fuhr durch einen Graben, der heute als Wanderweg genutzt werden könnte.Die Brücke von Son Sunyer ist von der Autobahn Palma-Llucmajor aus sichtbar, zwischen den Ausfahrten 10 und 11.

Wenn Urlauber durch Arenal spazieren und dem ausbetonierten Bachbett des Torrent des Jueus landeinwärts folgen, dann gelangen sie an eine imposante Brücke mit einem 20 Meter hohen Bogen. "Was ist das denn?", werden sich die meisten wundern.

Das Bauwerk ist die alte Eisenbahnbrücke, auf der einst Züge von Palma nach Arenal und weiter über Llucmajor und Campos bis nach Ses Salines und Santanyí verkehrten. 50 Jahre ist es erst her, dass der Betrieb auf dieser Linie eingestellt wurde. Sprich: Nahezu jeder Rentner der Region hat die Loks und Waggons noch mit eigenen Augen rollen sehen.

Wer geübten Auges durch den Südosten von Mallorca fährt, stößt immer wieder auf Relikte der früheren Bahnstrecke. Zum Beispiel an der Autobahn Palma-Llucmajor: Zwischen den beiden Ausfahrten 10 (Gewerbegebiet Son Oms) und 11 (Es Pil·larí) ist landeinwärts eine niedrige Brücke mit drei Bögen im Gestrüpp auszumachen. Es ist die alte Eisenbahnbrücke, die den Torrent von Son Sunyer überspannt. Hier fuhr der Zug längs, wenige hundert Meter vom parallelen Strand entfernt.

Wer die Brücke erblickt, erkennt auch mit Leichtigkeit den mit Büschen bewachsenen Bahndamm, der sich über das Brachland bis nach Es Pil·larí hinzieht. Dort stehen noch die vier Wände eines verfallenen Häuschens, in dem früher Passagiere auf den Zug warten konnten. Es Pil·larí war lange Zeit (etwa von 1930 bis 1960) jene Haltestelle, an der Strandgänger ausstiegen, um durch unbebaute Sanddünen an die noch jungfräuliche Playa de Palma zu gelangen.

Wie kaum jemand sonst haben sich Miquel Rigo und Miquel Àngel Riera mit der verschwundenen Bahnstrecke beschäftigt. Rigo ist im Beruf Lokführer, Riera Steuerberater. Beide stehen dem Verein der Balearischen Eisenbahnfreunde (AAFB) vor, der jüngst sein 25-jähriges Bestehen gefeiert hat. Generalsekretär Rigo ist all die Kilometer abgelaufen, um die Überbleibsel der alte Bahnstrecke zu dokumentieren. Oft ist nichts mehr zu erkennen, befinden sich doch Gebäude wie der Flughafen oder Äcker auf der Trasse. Die alten Bahnhofsgebäude sind jedoch zum Teil erhalten und heute Privathäuser mit Gärten.

"Der am besten erhaltene Abschnitt der Trasse besteht zwischen Arenal und Llucmajor. Hier ist es unser Ziel, einen offiziellen Wanderweg zu erlangen", sagt Präsident Riera. In Spanien gibt es für stillgelegte Bahnstrecken, die heute Wanderwege sind, die Bezeichnung "vía verde" (grüne Wege). Der Abschnitt von Arenal nach Llucmajor würde durch unbebautes Gelände führen. "Das wäre traumhaft!"

Nicht als "vía verde" will Riera hingegen das Vorhaben bezeichnen, dass die Regierung auf der alten Bahnstrecke zwischen Manacor und Artà errichten will. "Das ist derzeit nur eine temporäre Aussetzung des Bauprojekts für eine neue Bahnstrecke!", betont Riera. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages doch wieder Züge von Palma über Manacor bis nach Artà verkehren werden, "und dann weiter nach Cala Rajada, samt Fähranschluss nach Ciutadella auf Menorca".

Die Eisenbahn auf Mallorca ist Infrastruktur aus dem 19. Jahrhundert, sagt Riera. Sie diente zum Transport von Waren. Aber auch im 21. Jahrhundert habe die Bahn durchaus eine sinnvolle Daseinsberechtigung. "Und zwar insbesondere als Transportmittel für Urlauber."

Mehr Infos unter www.aafb.net

(aus MM 15/2014)

Kommentar

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Inselfreund / Vor über 4 Jahren

hups.. anscheinend komme ich bei manchen etwas aggro rüber ? wirklich nicht meine Absicht !

nein, habe grundsätzlich nix gegen den Ballermann oder Arenal! habe selber Spass an Party etc. - nach unserem Familienzuwachs aber eher seltener möglich - aus verständlichen Gründen :) Wollte eigentlich nur auf eine andere Art von Tourismus, als den in den Medien verbreiteten(meist eher negativ, aber dafür Schlagzeilen trächtiger )und tatsächlich immer wieder gemeldeten "Ballermanntourismus" hinweisen, inkl. den Balkonstürzen,Sexspielen am Strand, Saufgelage am Tage, etc. von den Freunden der Insel,aber auch auch von uns aus D oder RU etc. Fun ist halt relativ ^^ Gibt halt überall Schattenseiten oder Leute, die es eben übertreiben... Bin allerdings selber eher kein Wanderer, sondern verlebe nur gerne mit meiner Familie ( mit Kids ) unseren Urlaub auf Mallorca. Aber eben nicht als AI Bändchen Touri, sondern eher individueller.

Es gibt schlicht und einfach viel mehr auf der Insel als nur Ballermann und Magaluf :)

sollte man sich eben auch mal anschauen

Schönen Feiertag am 1.Mai Inselfreund

H.F. / Vor über 4 Jahren

Bei den Regierungen in Madrid und Palma haben Autobahnen eben Vorrang vor umweltfreundlichen Eisenbahnen.

Tomy / Vor über 4 Jahren

@ inselfreund ? Habn sie gegen gegen den Ballermann was ? Nur ne frage ! Nicht das sie wieder anspringen wie ich auf einer anderen Seite gelesen habe.

Inselfreund / Vor über 4 Jahren

finde das eine echt gute Idee! So wird nicht nur ein Teil der Geschichte bewahrt,sondern auch interessierten Besuchern , nicht nur wanderfreudigen Nebensaison Urlaubern der Insel ein Einblick in die Geschichte, abseits des üblichen Ballermanntourismus aufgezeigt. Daumen hoch !