Die wirtschaftliche Bedeutung des Kreuzfahrttourismus
Es ist erst ein paar Jahre her, dass man sich auf Mallorca riesig gefreut hat, wenn wieder einmal eine Rekordzahl an Kreuzfahrtschiffen gemeldet wurde. Kreuzfahrttouristen sind gute Touristen, war der Tenor, denn sie lassen ja überdurchschnittlich viel Geld liegen. In jüngster Zeit, im Zuge der "Massifizierungsdebatte", war die Freude eher verhalten oder schlug gleich in Ablehnung um. Geben die Passagiere, die in Gruppen durch die Altstadt von Palma geschoben werden, wirklich noch was aus, oder gehen sie zum Essen nicht viel lieber auf ihren All-inclusive-Dampfer zurück? Bringt uns diese Art des Tourismus überhaupt etwas, vor allem, wenn man auch noch den Umweltaspekt mit einbezieht? In Sachen Wirtschaftlichkeit sehen wir jetzt etwas klarer. Gut, die Studie, die die herausragende ökonomische Bedeutung des Kreuzfahrttourismus unterstreicht, wurde von der nicht gerade unparteiischen Hafenbehörde durchgeführt. Doch die Balearen-Universität und das Institut für Sozialstudien IBES, als Partner im Boot, sind eher unverdächtig, den Tourismus schönzureden. Also, der Kreuzfahrt-Tourismus generiert auf den Balearen einen Umsatz von einer Viertelmilliarde Euro im Jahr und 5700 Arbeitsplätze. Er ist damit ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor. Ihn zu verdammen, ist falsch. Ziel muss vielmehr sein, ihn so sozial- und umweltverträglich wie möglich zu machen. In Sachen Lärm- und Luftbelastung durch Kreuzfahrtschiffe warten wir noch auf eine weitere Studie der Balearen-Universität. Eine erhebliche Belastung durch Feinstaubpartikel, jüngst in Palma vom Naturschutzbund Deutschland nachgewiesen, ist mehr als wahrscheinlich. Hier sind die Mittelmeer-Anrainer gefordert, neue Standards zu setzen. Beispiel: Warum dürfen hier noch Schiffe mit schmutzigem Schweröl fahren, während in Nord- und Ostsee längst der sauberere Marinediesel vorgeschrieben ist? Ob Ökologie oder Ökonomie - es ist wichtig, Zahlen und Fakten auf dem Tisch zu haben. Das gilt auch für die aufgeheizte Debatte pro und kontra Massentourismus. Autor: Bernd Jogalla
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