Sonne lacht dem deutschen Solar-Projekt

| Manacor, Mallorca |
Die Fotomontage zeigt, wie der Solarpark Santa Cirga einmal aussehen wird. Pflanzen-Barrieren dienen als Sichtschutz.

Die Fotomontage zeigt, wie der Solarpark Santa Cirga einmal aussehen wird. Pflanzen-Barrieren dienen als Sichtschutz.

Nun wird der große Photovoltaik-Park bei Manacor wohl doch gebaut werden. Die Balearen-Regierung hat die Entscheidung ihrer Amtsvorgänger, die Genehmigung für die Anlage zu verweigern, rückgängig gemacht. Aller Voraussicht nach werden die Bauarbeiten des 75 Hektar großen Parks mit 197.000 Solarmodulen noch in diesem Jahr starten. Damit wird sich die Produktion von Solarenergie auf Mallorca verdoppeln.

Die Umweltkommission der alten Balearen-Regierung hatte den Bauantrag des deutschen Investors KS Management abgelehnt, obwohl dieser alle Umweltvorschriften erfüllt hatte. Der Beschwerde des Investors gegen die Absage gab die Energiebehörde der neuen Inselregierung nun statt. Die Entscheidungen der Kommission dürften nur auf Umweltkriterien basieren, sagt Joan Groizard von der Energiebehörde. Tatsächlich aber seien andere Argumente für die Absage herangezogen worden. „Deshalb haben wir die Beschwerde angenommen und den Bauantrag der neuen Umweltkommission zur erneuten Begutachtung vorgelegt”, erklärt Groizard.

Mit einer positiven Entscheidung wird gerechnet. „Wir gehen davon aus, dass wir einen entscheidenden Schritt weiter gekommen sind”, meint der geschäftsführende Gesellschafter von MS Management, Alexander Schumann. Nachdem die Balearen-Regierung auf dem Klimagipfel in Paris ihren Einsatz für erneuerbare Energien betont habe, sollte es dieses Mal keine politischen Probleme geben, stimmt der Projektleiter José Antonio Pérez hinzu.

Das Gelände für den Solarpark liegt an der Straße von Manacor nach Porto Cristo auf der Finca Santa Cirga. Sie ist in Besitz der Familie March. Ursprünglich sollten auf einer Fläche von 90 Hektar 250.000 Solarmodule gebaut werden. Umweltauflagen machten eine Verkleinerung notwendig. Das aktuelle Projekt habe mit 75 Hektar etwa den Umfang von hundert Fußballfeldern, wobei jedoch nicht Stadien, sondern Spielfelder gerechnet seien, betont José Antonio Pérez: „Die Solarmodule werden mit einer Spitzenleistung von 49,9 Megawatt 76 Millionen Kilowattstunden Strom erwirtschaften und damit etwa 15.200 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung von Manacor. Fast 60 Millionen Tonnen Kohlendioxid werden jährlich eingespart.” Aktuell werden nur knapp drei Prozent des Stroms auf Mallorca mit erneuerbaren Energien produziert. Mit Santa Cirga wären es sechs Prozent.

Die Bauphase des 40 Millionen teuren Projekts soll zwölf bis achtzehn Monate dauern. Während dieser Zeit sollen 700 Personen direkt und indirekt durch beauftragte Firmen beschäftigt werden, erzählt der Projektleiter. Anschließend seien 15 feste Stellen vorgesehen. Auch die Gemeinde Manacor werde wirtschaftlich profitieren. Sie erhalte 1,5 Millionen Euro für Baulizenzen und jährlich 50.000 Euro an Gebühren.

(Den vollständigen Bericht lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe (6/2016), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

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  • Jein. Erneuerbare Energien sind sinnvoll, aber die Anlagen verschandeln Landschaft: 19.95%
  • Egal. Hauptsache, Strom aus der Steckdose: 1.92%

Kommentar

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Faktenfreund / Vor über 2 Jahren

Will man jetzt auch Mallorca so verschandeln, wie z.B. Gran Canaria, damit Deutsche Profiteure sich eine goldene Nase verdienen? Die Insel ist viel zu klein,um riesige Solar- und Windparks ohne Beeinträchtigung des Gesamtbildes tragen zu können. Andere Alternativen zur Energieeinsaprung sollten zuerst einmal nach Deutschem Muster vorgeschrieben und umgesetzt werden.Allein zig tausende uneffektive Klimaanlagen sind zu ersetzen. Aussendämmung der Gebäude fehlt doch überall und vieles noch. Alle diese nötigen Massnahmen werden doch durch solche geplanten Parks in einem Falle verhindert. Kapiert doch jeder!

Gisbert Hutz / Vor über 2 Jahren

Endlich wird Mallorca schlau, es ist verwunderlich das nicht schon lange alternative Energieformen umweltverträglich platziert werden. Was sagt denn GOB dazu ? Habe diesbezüglich noch nichts konstruktives von dem Verein gehört. Oder sind konstruktive Ansätze dazu im bürokratischen, vielleicht auch korrupten politischen Dschungel, versickert ? Was ist mit Windkraftanlagen, Biogasanlagen, neben Sonne gibt es im Nordosten der Insel ausreichend und ständig Wind und Biomasse steht auch ausreichend durch Hotels, Restaurants und Landwirtschaft zu Verfügung. Wasserknappheit könnte durch die zusätzliche Energie auch relativiert werden durch die Errichtung von weiteren Meerwasserentsalzungsanlagen. Von den entstehenden Arbeitsplätzen einmal abgesehen. Vorschlag von mir liebe Mallorquiner, investiert das Aufkommen der Touristensteuer doch sinnvoll in regenerative Energieformen. Als diesbezüglich erfahrener Ingenieur und teilweise Mitbewohner Eurer schönen Insel helfe ich Euch gerne, wenn Ihr wolltaber ich glaube Ihr schaft das auch alleine, wenn man Euch lässt. Viel Erfolg schöne Insel.