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Toleranzen bei Radarfallen: So funktioniert die Bußgeldpraxis auf Mallorca

Je nach Höhe der Geschwindigkeit legt die spanische Straßenverkehrsbehörde DGT einen Fehlerspielraum von bis zu sieben Prozent fest. Was das bedeutet, lesen Sie hier.

Beim Messen von Geschwindigkeitsüberschreitungen stehen sich die spanischen Behörden einen Fehlerspielraum von bis zu sieben Prozent zu. | Guardia Civil

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Vor dem Knöllchen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung steht auch in Spanien erstmal die Mathematik. Denn: Seit 2020 gelten dort durch die Verordnung ICT/155/2020 festgelegte Fehlertoleranzen bei der Geschwindigkeitsmessung, die je nach Blitzanlagentyp zwischen drei und sieben Prozent liegen können.

Bei stationären Radaranlagen – solche kommen auf Mallorca am häufigsten zum Einsatz – gelte eine Toleranz von fünf Stundenkilometern, schreibt am Donnerstag die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" unter Berufung auf Angaben der Guardia Civil. Dies bedeute konkret: Auf Straßen mit einer Höchstgeschwindigkeit unter 100 km/h würde erst ab einer gemessenen Geschwindigkeit von 103 km/h ein Bußgeld fällig. Bei höheren Geschwindigkeiten steige der Toleranzwert auf fünf Prozent an.

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Noch großzügiger gibt sich die spanische Straßenverkehrsbehörde DGT bei mobilen Radargeräten. Hier liege der Fehlerspielraum bei sieben Stundenkilometern für Straßen mit einem Tempolimit bis 100 km/h, so die Zeitung. Auf Autobahnen und Straßen mit höheren Geschwindigkeitsbegrenzungen betrage die Toleranz sieben Prozent.

Die zunehmend verbreiteten Abschnittskontrollen, die die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren Streckenabschnitt messen, arbeiteten hingegen mit einer geringeren Toleranz von drei Prozent. Bei Geschwindigkeitsbegrenzungen über 100 km/h kämen weitere drei Prozent hinzu. Diese Technologie habe sich als besonders wirksam erwiesen, um Unfälle in gefährlichen Straßenabschnitten zu reduzieren, heißt es seitens der DGT.

Die Fehlertoleranzen sollen laut spanischen Behörden verhindern, dass Autofahrer aufgrund minimaler Messabweichungen durch äußere Faktoren wie Witterungsbedingungen ungerechtfertigt bestraft werden. Als Einnahmequelle haben sich die Radarfallen offenbar bewährt: Die DGT kündigte für das laufende Jahr landesweit 122 zusätzliche Blitzgeräte an.