MITTELSTAND

Mallorcas Wirtschaft nach Trumps Zollankündigungen in Schockstarre

Der Unternehmerverband Pimem forderte die Politik auf, die Interessen besonders betroffener Branchen "entschlossen zu verteidigen". Zwei Prozent der balearischen Exporte gehen derzeit in die USA.

Donald Trumps Zoll-Rundumschlag löste in Mallorcas Wirtschaft Entsetzen aus. | UH

TW
2

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union lösen auch auf den Balearen Besorgnis aus. Der Verband der Mittelständler Mallorcas (Pimem) warnte gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" vor einer "direkten Bedrohung für tausende europäische Unternehmen".

Obwohl die Balearen nur etwa zwei Prozent ihrer Exporte in die USA verkaufen, befürchtet der Verband vor allem mittelfristige Auswirkungen auf wichtige Tourismusmärkte. "Die Regierungen Spaniens und der Balearen müssen die am stärksten exponierten Sektoren entschlossen verteidigen, auch wenn es sich nur um scheinbar nachrangige Branchen handelt", forderte Pimem in einem der Zeitung vorliegenden Schreiben.

Die Unternehmensvertreter begrüßten bereits geplante staatliche Unterstützungsmaßnahmen, betonten jedoch die Notwendigkeit, rasch konkrete Zahlen zu nennen. Besonders besorgniserregend sei "das Risiko einer Eskalation, die zu einem offenen Handelskrieg führen könnte". Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Morgen bereits ein Maßnahmenpaket in Höhe von 14,1 Milliarden Euro ins Spiel gebracht.

Ähnliche Nachrichten

Ein konkretes Beispiel für die direkten Auswirkungen zeigt sich beim geschützten Mahón-Käse aus Menorca. Joan Bosco Triay, Präsident des Kontrollrats der Ursprungsbezeichnung (Denominación de Origen), erinnerte am Donnerstag an ähnliche Erfahrungen vor knapp zwei Jahrzehnten: "Unsere Geschichte hat uns bereits gezeigt, was passieren wird. Das Produkt wird teurer, wir verlieren Marktanteile und der Absatz leidet."

Der nordamerikanische Markt sei allerdings nicht der größte Abnehmer von menorquinischem Käse, so Triay. "Von insgesamt 2.600 Tonnen gehen etwa 110 über den großen Teich." Bei früheren Zollerhöhungen unter Trumps erster Präsidentschaft entschied man sich, "in Menorca auf Gewinne zu verzichten und in den USA die Margen zu reduzieren, um den Markt zu halten". Diese Strategie sei jedoch diesmal nicht über vier Jahre durchzuhalten.

"Man kann eineinhalb Jahre ohne Gewinn aushalten, aber keine vier", erklärte Triay. "Der Käse wird teurer werden, und wir werden sehen, wie der Markt reagiert." Bei der letzten Zollrunde habe Menorca einen Marktanteil von sieben Prozent in den USA verloren.

In einer ersten Stellungnahme des Inselrates von Menorca sagte die Wirtschaftsministerin Maria Antònia Taltavull bereits vage Unterstützung zu: "Wir werden den Sektor nicht im Stich lassen."