Hells-Angels-Prozess schon in zwei Monaten?

Höllenengeln kann kurzer Prozess drohen, aber auch Mega-Verfahren

Mallorca |
Frank Hanebuth bei seiner Festnahme im Juli 2013.

Frank Hanebuth bei seiner Festnahme im Juli 2013. Foto: A. Sepulveda

Schneller als für viele erwartet hat Richter Eloy Velasco seinen Untersuchungsbericht vorgelegt, was das Verfahren gegen die Hells Angels beschleunigen dürfte. Laut Sprecher Javier Valero Alcántara vom Nationalen Gerichtshof ist möglicherweise schon in zwei Monaten mit dem Prozessbeginn in Madrid zu rechnen. Sollte so zügig verhandelt werden wie kürzlich gegen den serbischen Zemun-Clan, könnte das Verfahren eventuell schon bis zum Sommer abgeschlossen sein. Eine Verlängerung der U-Haft für die Hauptbeschuldigten, die laut spanischem Recht spätestens nach zwei Jahren erforderlich ist, wäre in diesem Fall nicht mehr nötig.

Zunächst gibt es für die Justiz aber noch einige Hindernisse zu überwinden. Gegen die Anklage wird mit mindestens 40 Widersprüchen gerechnet, über die dann die Staatsanwaltschaft zu befinden hat. Laut Javier Valero ist es möglich, dass das Verfahren gegen einige Beschuldigte aus Mangel an Beweisen eingestellt wird.

Auch die Abtrennung von bestimmten Vorwürfen zur Vereinfachung ist denkbar. Da der Nationale Gerichtshof zuständig ist, und für keinen der Beschuldigten mehr als acht Jahre Haft im Raum stehen, greift bei der Prozesseröffnung ein vereinfachtes Verfahren. Welche Sektion der Audiencia Nacional zuständig ist, steht noch nicht fest. Klar ist jedoch schon, dass es sich nicht um einen Fall für das Schwurgericht handelt, sondern drei Berufsrichter zuständig sind.

Zu würdigen wären neben 15.000 Seiten Beweismaterial aber auch die Aussagen der zahlreichen Beschuldigten. Ohne Geständnisse wäre der Aufwand also deutlich größer als beim vierköpfigen Zemun-Clan, der in zwei Monaten zu langjährigen Strafen verurteilt werden konnte - ebenfalls wegen Bildung einer gefährlichen kriminellen Organisation.

(Der Artikel ist Teil de Berichtserstattung im neuen MM. Die vollständige Berichterstattung lesen Sie in der jüngsten Ausgabe, erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

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