Ein Kommen und Gehen

Die Fremdenverkehrswerbung auf Mallorca

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Das sind keine guten Nachrichten aus dem Tourismusministerium: Die Chefin der Fremdenverkehrsbehörde ATB wirft hin, weil sie mangels Masse keinen Handlungsspielraum sieht. Letzteres ist schon schlimm genug. Aber es kommt noch eine Negativ-Komponente hinzu: Wo Kontinuität gefordert ist, herrscht ein Kommen und Gehen:
Wegen der diversen Korruptionsskandale haben wir in nur einer Legislaturperiode vier Tourismusminister erlebt. Touristiker und die internationalen Medien mussten sich daran gewöhnen, dass aus den Agenturen Ibatur und Inestur die sogenannte ATB wurde. Die allseits geschätzte Behördenchefin Susana Ciacovelli, eine wichtige Ansprechpartnerin in der Welt des Tourismus, war plötzlich fort, und kaum hat man sich an ihre Nachfolgerin Mar Guerrero gewöhnt, steht ein neuer Wechsel an. Und das alles in der größten Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte und wenige Wochen vor der ITB in Berlin. Zum Heulen.

Die Beweggründe für die Kündigung von Mar Guerrero sind nachvollziehbar. Gerade jetzt wäre eine agile Fremdenverkehrswerbung besonders wichtig. Der Tourismus ist die Branche, die den Karren aus dem Dreck ziehen muss. Sie hat sich als erstaunlich stabil erwiesen, während der Bau kränkelt und der private Konsum stagniert. Mangels Alternativen müsste die Balearen-Regierung jetzt Gas geben. Statt dessen tritt sie auf die Sparbremse, auch wenn neuerdings von einer Aufstockung des Etats die Rede ist.

Natürlich muss man sparen. Und natürlich kann man frühere Subventionsvergaben – Millionen für einzelne Sportevents und Starauftritte von Douglas bis Nadal – auf den Prüfstand stellen. Aber bevor die Regierung den Gestaltungsspielraum so weit herunterschraubt, dass die eigenen Leute das Handtuch werfen, sollte sie vielleicht einige andere Haushaltsposten durchforsten. Das nennt man Prioritäten setzen.

Die Tourismusbetriebe schreien Zeter und Mordio. Verständlich, aber: Hotel-, Golf- und andere Verbände dürften auch mal darüber nachdenken, ob sie in einer starken Gemeinschaft nicht selbst etwas für die Tourismuswerbung tun könnten.

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