Liz Mohn bleibt der Insel treu

Präsidentin der Bertelsmann-Stiftung mit Goldmedaille der Balearen ausgezeichnet

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Diese Ehre wurde bisher noch keinem deutschen Staatsbürger zuteil. Als am Sonntag anlässlich der Feierlichkeiten zum Balearen-Tag von der Regierung die begehrten Goldmedaillen ("Medallas d'Or de les Illes Balears") verliehen wurden, betrat auch Unternehmerin Liz Mohn die Bühne des Auditoriums an Palmas Paseo Marítimo.

Die starke Frau der Bertelsmann-Stiftung wurde für ihre "Treue zu Mallorca" geehrt, wie es in der Begründung hieß. Schon seit vielen Jahren ist Mohn in Alcúdia ansässig. Gemeinsam mit ihrem im vergangenen Jahr verstorbenen Mann Reinhard hatte sie 1990 die Bibliothek von Alcúdia gegründet. Can Torró befindet sich im Zentrum der Stadt und hat sich im Laufe der Jahre zu einem kulturellen Treffpunkt der Gemeinde entwickelt. "Can Torró ist sehr schön", meint die 68-Jährige am Rande der Ehrung im Gespräch mit dem Mallorca Magazin und hebt hervor, dass die Einrichtung bewusst kinderfreundlich gehalten worden sei, "damit Kinder und Jugendliche zum Lesen kommen".

Denn Lesen, der Zugang zu Literatur und Bildung ist einer der Ansätze der Bertelsmann-Stiftung im Kampf gegen Unwissenheit und Elend. Vor diesem Hintergrund investierte die Stiftung mehr als eine Million Euro in Aufbau und Betrieb ihrer "Modellbibliothek" in Alcúdia. 1997 hat dann die Kommune die alleinige Verantwortung für "Can Torró" übernommen. Reinhard Mohn, der als einer der letzten bedeutenden deutschen "Aufbau-Unternehmer" gilt und im Oktober im Alter von 88 Jahren verstorben ist, war an seinem Zweitwohnsitz eine sehr geschätzte Persönlichkeit und 2005 zum Ehrenbürger Alcúdias ernannt worden.

Liz Mohn, die eigentlich Elisabeth heißt, weiß, dass die Goldmedaille auch das Schaffen Reinhard Mohns würdigt. "Diese Goldmedaille ist natürlich für uns beide. Mein Mann hat hier in Spanien ja viel aufgebaut, wir haben viele Mitarbeiter hier." So gibt es den spanischen Ableger der Bertelsmann-Stiftung mit Sitz in Barcelona. Mit dem Ziel, das Bibliothekswesen in Spanien systematisch voranzubringen, hat Reinhard Mohn die Fundación Bertelsmann ins Leben gerufen, die deutsche Bertelsmann-Stiftung existiert bereits seit 1977.

Die Fundación Bertelsmann hat sich anfangs auf das Bibliothekswesen konzentriert und die Arbeit dabei immer weiter ausgeweitet. So wurde beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Bibliotheken und Schulen gefördert, heute bietet die Fundación auch Online-Kurse für Bibliothekare an. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung der Arbeit fördert man inzwischen auch immer stärker das gesellschaftliche Engagement in Spanien.

Liz Mohn, die 27 Jahre mit Reinhard Mohn verheiratet war, wuchs in den vergangenen Jahren immer mehr in ihre jetzige Führungsrolle bei Bertelsmann hinein. Heute ist sie Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und gehört dem Aufsichtsrat der Bertelsmann AG an. Außerdem fungiert sie als stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, die die Mehrheit an der AG hält. Der Konzern ist als Unternehmensverbund strukturiert, der in mehr als 50 Ländern über 100.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Liz Mohn gilt als diejenige, die bei Bertelsmann das letzte Wort hat. Sie wird in den Medien schon mal als "Europas mächtigste Medienfrau" tituliert. Wie es auch Reinhard getan hat, stellt Liz Mohn den Satz "Eigentum verpflichtet" ihrer Arbeit voran. Ein Vorbild sei Reinhards Großmutter Friederike Bertelsmann, die bereits als junge Frau soziale und repräsentative Verantwortung übernommen hatte.

An Friederike Bertelsmann findet Liz Mohn vor allem deren Verantwortungsgefühl sowie ihre soziale und ethische Orientierung bewundernswert. In einem Interview betonte Liz Mohn, die 1993 auch die "Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe" ins Leben rief, einmal folgendes Anliegen: "Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, einander wieder zuzuhören und sich dort zu engagieren, wo Menschen in Not sind und Hilfe gebraucht wird."

Und nach diesem Grundsatz will Mohn weiterhin auf Mallorca tätig sein. Denn auf die MM-Frage, ob sie der Insel auch künftig treu bleiben wird, ließ die frisch Geehrte am Sonntag keinerlei Zweifel aufkommen: "Ja sicher. Ganz bestimmt sogar." (nimü/as)

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