Spitzname: „Ameise”

Wusste sich von klein an „durchzuboxen”: Michael Bohrmann, Inhaber des „Deutschen Eck”

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Er war der Jüngste. Nicht nur von drei Brüdern, sondern auch in der Klasse. Und der Kleinste war er auch noch: „Mein Spitzname war Ameise.” Das prägt. Darum begann Michael Bohrmann schon im zarten Alter von neun Jahren zu boxen, im „Schülerpapiergewicht”: „So hieß das wirklich.” Damit „du lernst, was einzustecken und was auszuteilen”, hatte sein Vater Werner gesagt. Das ließ Michael sich nicht zweimal sagen und wurde gleich noch Gewichtheber in der zweiten Bundesliga: „Ich habe damals 102 Kilo gestoßen bei 56 Kilo Körpergewicht.” Daneben spielte er beim „Sportring Garath” Tischtennis und Fußball, geschwommen ist er auch noch: „Ich hab' praktisch jeden Tag eine andere Sportart gemacht.” Spätestens, seit er vor sechs Jahren das „Deutsche Eck” an der Playa de Palma übernommen hat, habe sich das mit dem Sport leider geändert, sagt Michael Bohrmann: „Und zwar gründlich.” 1969 in Düsseldorf-Flingern als „Nesthäkchen” geboren, war er Mamas Liebling, auch wenn er „nur Quatsch im Kopf hatte”. Lebhaft sei er gewesen, und in der Schule so findig im Streichespielen, dass die „blauen Briefe” zuhauf ins Haus flatterten: „Ich hab' mir von allen Kopien gemacht und sie an die Wand gehängt.” „Stört häufig” war auch ein häufiger Kommentar in seinen Zeugnissen, der ihn allerdings nie störte. Und Mutter Ingeborg auch nicht wirklich, denn sie nahm ihren Kleinsten vor den Lehrern stets in Schutz: „Eigentlich war ich nämlich gut erzogen, musste immer pünktlich zu Hause sein und durfte auch nie woanders schlafen.” Aber so richtig Spaß machte ihm die Schule nicht, mit 14 begann er eine Bäckerlehre in Langenfeld: „Als mein Vater mich da morgens am ersten Tag hinfuhr – halb zwei aufstehen! – habe ich gleich gesagt: Das mach' ich nicht mein Leben lang.” Die Lehre hat er dennoch durchgezogen, und ehrgeizig wie er war, brachte er es schnell zum „Fachbereichsleiter am Ofen”. Ehrgeizig sei er immer gewesen, und „was ich mir vornehme, das ziehe ich durch”.

Darauf, sagt Michael Bohrmann, gründe auch der Erfolg des „Deutschen Eck”, in dem die Besitzer jedes Jahr wechselten, bevor er die Gaststätte 2003 übernahm: „Von morgens bis abends stehe ich hier rum und schlaf' auch nicht ein.” Wie man seine Ziele durchsetzt, das habe er schließlich von der Pike an gelernt: „Ich weiß, wie man sich durchboxt.”

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