Mallorca in Krisenzeiten: Man wartet ab

Osterfest dient kaum als Gradmesser für Tourismus-Saison

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Auf den treuesten Urlaubsgast Mallorcas ist Verlass. König Juan Carlos und seine Familie werden wie seit Jahrzehnten die österlichen Feiertage auf der Insel verbringen. Königin Sofía ist schon am Montag in Palma gesichtet worden.

Aber sonst ist alles, was den Tourismus auf Mallorca betrifft, relativ unsicher. Anders als in der Vergangenheit und angesichts der Wirtschaftskrise weiß kein Hotelier mehr im Voraus, wie die Saison laufen wird. Die Aussichten sind so unbeständig wie das Osterwetter, das für die kommenden Tage prognostiziert ist.

Einerseits sind die Hotels über die Feiertage nach Angaben der Verbände gut gebucht. Andererseits haben diese Ostern weniger Häuser den Betrieb aufgenommen als im Vorjahr. In Anbetracht der Tatsache, dass Ostern 2008 in den März fiel, ist das einmal mehr ein Zeichen dafür, wie sehr die Krise auch auf die Inseln durchschlägt.

Nach jüngsten Hochrechnungen, die auf den Januar- und Februardaten basieren, ist auf den Balearen in diesem Jahr mit rund einer Millionen weniger Touristen zu rechnen als im Vorjahr. (2008 wurden 12'5 Besucher gezählt, die per Flugzeug auf die Inseln gereist waren.) Der Rückgang werde bei den Deutschen mit fünf bis zehn Prozent, bei den Briten und Spaniern mit zehn bis 15 Prozent zu Buche schlagen.

Allein in den ersten beiden Monaten 2009 wurden 27 Prozent weniger Briten und 24 Prozent weniger Touristen vom spanischen Festland registriert. Die Zahl der deutschen Besucher betrug 235.469 und war darüber hinaus mit einem Plus von 0'1 Prozent bemerkenswert stabil. „Die Nebensaison war schlecht und die Sommersaison wird unter den Ergebnissen des Vorjahres bleiben. Aber man darf auch nicht denken, dass dieses Jahr eine Katastrophe wird”, sagte der Verbandspräsident der Hotelketten, Aurelio Vázquez.

Der balearische Tourismusminister Miquel Nadal verlegte sich ebenfalls auf eine positive Einstellung: „Die Situation ist kompliziert, aber nicht dramatisch”, sagte er am Dienstag.

Mit Werbeaktionen wollen alle Tourismus-Verantwortlichen die Nachfrage ankurbeln. Da sich die Verbraucher dieses Jahr ausgesprochen spät zu einer Reise entscheiden, sollen vor allem im Sommer Fernseh-Werbespots (mit Tennisprofi Rafael Nadal) in Spanien und England das Interesse an Mallorca wecken. In Manchester findet Anfang Mai ein dreitägiges Balearen-Spektakel statt, ähnlich wie im Vorjahr auf dem Alexanderplatz in Berlin. Die für Deutschland vorgesehene Veranstaltung dieser Art wird von München nach Köln verlegt, wo sie im Mai oder Juni steigen soll.

Mallorcas Hoteliers wiederum wollen mit Osterangeboten auch viele Insulaner in ihre Häuser locken. In den vergangenen Tagen waren die Tageszeitungen voller Anzeigen. Egal wie die Saison wird, große Nachfrage scheint vorhanden – vor allem was Mietwagen betrifft. Stammbesucher haben sich frühzeitig ihre Autos reserviert, so das Kurzentschlossene Probleme haben könnten, einen Wagen zu ergattern, hieß es auf MM-Anfrage bei der Mietwagenfirma Hasso. „Unsere mehr als 1000 Wagen sind in diesen Tagen ausgebucht.”

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