Sind Mallorcas Bauern schlauer?

Sie setzen auf Qualität statt Quantität - gerade in Krisenzeiten

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Vielleicht ist das die Lösung. Mussten die Landwirte und Viehzüchter der Insel jahrelang unter hohen Produktionspreisen und schwierigem Wettbewerb leiden, probieren jetzt immer mehr Erzeuger, einen anderen Weg zu gehen. Sie versuchen gar nicht erst, gegen den Importmarkt anzukämpfen, sondern setzen auf Qualität statt Quantität. „Gesund, lecker, biologisch” heißt die Devise.

Das ist nicht neu, aber gerade für die Mallorquiner noch ein Markt mit großem Potenzial. Man setzt auf Ökologie, Gesundheit und Umweltschutz. Noch vor gut zehn Jahren waren Bioläden den Mallorquinern noch weitgehend unbekannt. Das hat sich geändert, die Nachfrage steigt, und schlaue Bauern nutzen das heute mehr als ihre Kollegen auf dem Festland. Während dort Kartoffeln und Tomaten viel günstiger produziert werden können als auf der Insel, expandiert auf Mallorca der Bio-Markt überdurchschnittlich.

Geld verdienen lässt sich damit auch in Krisenzeiten, denn ernährungsbewusste Verbraucher verzichten vielleicht auf den Honig für 8'50 Euro, aber wer an Biogemüse gewöhnt ist, steigt nicht auf „Gentomaten” um.

Die Preise müssten trotzdem sinken, das geben sogar die Händler zu. Besonders die Produzenten von Biofleisch leiden unter den teuren Tierhaltungskosten, denn auf Fleisch verzichten die Verbraucher eher als auf Obst und Gemüse. Der Grundstein für eine rosigere Zukunft der hiesigen Bauern wurde jetzt in Brüssel gelegt: Eine Investition in historischer Höhe von 300 Millionen Euro für einen landwirtschaftlichen Entwicklungsplan erwartet die Balearen bis 2013.

Davon dürfte auch der Ökosektor profitieren, und täte gut daran, davon etwas ins Marketing in eigener Sache zu investieren. Denn bei allem Biowahn, es gibt noch viele Halbwahrheiten auf diesem Gebiet und noch mehr Zweifler. Denen könnte man zum Beispiel mal erklären, dass ökologisch angebaute Produkte – zugegeben – zwar nicht mehr Vitamine oder Nährstoffe enthalten als herkömmliche preiswertere Ware, aber trotzdem gesünder sind, weil Pestizide und Konservierungsstoffe fehlen. Das macht den Anbau teurer, aber die Ware gut. Und darin zu investieren, ist am Ende für alle schlauer.

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