Von der Kaffeenase zum Milchmann

Molkerei aus Aretsried sorgt für TV-Comeback von zwei der bekanntesten deutschen Werbefiguren. Egon Wellenbrink und Bruno Maccallini schlürfen gemeinsam vor dem Kühlregal

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Egon Wellenbrink, Kaffenase und Wahl-Mallorquiner

Sind Sie nicht der Typ ... - aus der Kaffeewerbung?" sagen die beiden Herren am Kühlregal gleichzeitig. Dann schlürfen sie gemeinsam die neue Kaffee-Milch-Kreation von "Müller-Milch". Die Molkerei hat die bekanntesten Kaffeenasen Deutschlands zum TV-Comeback eingeladen: Egon Wellenbrink, der einstige "Melitta-Mann", und der Nescafé-Capuccino-Trinker Bruno Maccallini, von dem früher jedermann wusste, dass er kein Auto hat.

"Anfang Mai habe ich eine E-Mail erhalten", erinnert sich Egon Wellenbrink, der seit 1994 fest auf Mallorca wohnt. "Als ich mir das Treatment durchgelesen habe, musste ich sofort lachen. Ich war mir sicher: Das funktioniert, weil sie die beiden bekanntesten Kaffeenasen in einer Geschichte haben." Maccallini, Lebensgefährte von Schauspielerin Jutta Speidel, sah es im heimischen Rom ähnlich, und so trafen sich die beiden Kaffeefans schon wenig später zum Dreh des Spots in Hamburg.

Wahl-Mallorquiner Wellenbrink, der seit 2002 den "Golf Professional Super-store" im Industriegebiet Son Bugadelles bei Santa Ponça betreibt, war zehn Jahre lang der "Melitta-Mann". Seine Aufgabe bestand darin, vor laufender Kamera mit einem verschmitzten Grinsen Kaffee zu schlürfen. Obwohl das Engagement mit der Jahrtausendwende endete, verbindet man das Gesicht des Musikers Wellenbrink noch heute mit seiner Zeit als "Melitta-Mann". Er weiß, dass er den Schatten der Werbefigur wohl niemals los wird. Und das stimmte ihn in den vergangenen Jahren nicht immer fröhlich. Denn seine musikalischen Projekte hatten eher mäßigen Erfolg. Trotz oder vielleicht wegen seines Ruhms als "Melitta-Mann". Denn die Medien dachten, jetzt macht die Kaffeenase auch noch Musik - dabei gab es den Musiker Egon schon lange bevor er vom Röstbetrieb unter Vertrag genommen wurde.

"Ich habe inzwischen meinen Frieden damit gemacht", erläutert der 63-Jährige, warum er nicht gezögert hat, wieder zur Werbefigur zu werden. In Zukunft will er auch seine Kreativität im Studio wieder stärker ausleben. In den vergangenen Jahren kümmerte er sich vorrangig darum, seinen Golfladen zum Erfolg zu führen.

Musik und Kreativität waren schon immer ein wichtiger Teil im Leben von Egon Wellenbrink, aber meistens auch nicht mehr. Der Grund: "Ich möchte totale Freiheit in der Musik. Und nicht Kompromisse machen, um davon leben zu können", meint der begeisterte Saxofonist, der auch immer wieder mal auf Mallorca auftritt.

Als "Melitta-Mann" hat Wellenbrink, der mit seiner Frau Lisa sowie den Kindern Nico und Clarissa in Cas Catala lebt, sich eine goldene Nase verdient. Im Laufe der Jahre flossen Millionen. Jetzt wieder? "So etwas gibt es heute nicht mehr. Wir fühlen uns total unterbezahlt, aber wenig ist es auch nicht ..." Bisher wurde nur ein Spot gedreht. Wellenbrink und Maccallini sind aber für einige Zeit vertraglich an "Müller-Milch" gebunden. Vielleich kommt ja noch was nach ...

Werbung für die Molkerei aus Aretsried liegt übrigens in der Wellenbrinkschen Familientradition. Mit dem Schrei "Fruchtalarm" wurde Egons Enkelin Mia zum Joghurt-Star, inzwischen dreht sie nicht mehr. Und das Engagement des Großvaters hat mit dem Kontakt nichts zu tun. "Wenn es um Kaffee geht, dann kommt eine Werbeagentur nicht unbedingt auf den Opa von Mia, sondern fragt sich eher: Wer war damals die Kaffeenase?"

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