Flaute am Bau bremst Konjunktur aus

Sa-Nostra-Forschungszentrum prognostiziert 2,4 Prozent Wirtschaftswachstum, 0,4 Punkte weniger als Regierung

Die Wirtschaft auf den Balearen wächst langsamer als zunächst angenommen. Nach einer Prognose des Zentrums für Wirtschaftsforschung (CRE) - getragen von der Balearen-Sparkasse Sa Nostra und der Balearen-Universität - wird das Brutto-Inlandsprodukt der Inseln in diesem Jahr lediglich um 2'4 Prozent zulegen. Damit bleibt das Wachstum deutlich unter der Prognose der Balearen-Regierung, die in der Woche zuvor eine Zunahme der Konjunktur um 2'8 Prozent vorhergesagt hatte.

Der Direktor des Forschungszentrums, Antoni Riera, machte drei Faktoren für das schwächere Wachstum verantwortlich: Erstens gebe es den Zusammenhang mit der Abschwächung des Wachstums in den USA aufgrund der Finanzkrise. Zweitens erschöpfte sich das Wachstum am Arbeitsmarkt. Dieser habe in den vergangenen zwei Jahren dazu beigetragen, die Arbeitslosigkeit zu verringern. Drittens bestätige sich der Abschwung im Baubereich.

Die positive Nachricht nach Antoni Rieras Worten ist jedoch, dass die Balearen-Wirtschaft "in ihrer Trägheit" sich nach wie vor guter Gesundheit erfreue.

Erstmals nach sieben Jahren ist die Bauwirtschaft nicht mehr die Konjunkturlokomotive mit den höchsten Wachstumsraten. Sie wird abgelöst durch den Dienstleistungsbereich. Dieser sorgt 2008 für die notwendigen Impulse. In diesem Bereich sei der Tourismus der einzige Sektor, der der Abschwächung des Wachstums widersteht. Zwar habe insbesondere das Geschäft mit Urlaubern aus Deutschland im letzten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahrsquartal um 6'2 Prozent nachgegeben, doch habe dieser Rückgang mit Touristen vom spanischen Festland ausgeglichen werden können.

Der Verband der balearischen Baufirmen spricht von einem "harten Jahr 2008". Es werde deutlich schlechter ausfallen als 2007, sagte Verbandspräsident Sebastià Pastor. Bereits im Vorjahr seien die Bauinvestitionen mit 2'863 Milliarden Euro 5'35 Prozent niedriger ausgefallen als im Jahre 2006. Pastor sprach von einem Wandel im Bauzyklus. Seit Oktober sei die Beschäftigungsrate im Baubereich stark gefallen.

Ende 2007 waren 28 Prozent mehr Bauarbeiter arbeitslos als noch vor einem Jahr, berichtete das CRE. Die Zurückhaltung macht sich auch am Immobilienmarkt bemerkbar. Im 2. Jahresdrittel 2007 sank der Verkauf von Wohnungen auf den Balearischen Inseln um 18'6 Prozent.

Kommentar

Nutzungsbedingungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

Noch kein Kommentar vorhanden.