Newcomer mit glücklichem Händchen

Weingut Butxet bei Muro weist für seinen Debüt-Wein bereits viele Auszeichnungen auf

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Es muss schon mehr als schieres Anfängerglück sein, wenn ein Neuling in Sachen Wein eine Auszeichnung nach der anderen abräumt. Llorenç Perelló Serra scheint zumindest ein gutes Händchen zu haben, wenn er auf seiner Finca in Muro seinen eigenen Wein zubereitet. Das vor zwei Jahren offiziell gegründete Weingut „Butxet” brachte erst vor wenigen Monaten seinen Debüt-Jahrgang 2005 auf den Markt. Doch die Liste der Prämierungen liest sich schon jetzt wie bei renommierten Bodegas.

Die erste Auszeichnung gab es für den Merlot de Son Claret 2005. Er schaffte es bei der Vinart 2007 bis in die Endrunde. Im September punktete der rote Tropfen dann beim hochkarätigen deutschen Weinwettbewerb Mundus Vini: Dort verkosteten 247 Fachleute aus 45 Ländern fast 5000 Weine und attestierten dem Merlot aus Muro „sehr gute Qualität”.

Der 36-jährige Winzer versteht sich aber auch auf andere Rebsorten. Sein Cabernet Sauvignon 2005 heimste Mitte November bei der Weinmesse Iberwine in Madrid eine Silber-Medaille ein. Vergangene Woche gab es für dasselbe Gewächs beim mittlerweile avancierten Wettbewerb „Ciudad de Córdoba” noch einmal Bronze.

Llorenç Perelló gibt offen zu, dass er bei allem Selbstvertrauen nicht im Traum mit so viel positiver Resonanz gerechnet hatte. „Dafür, dass das unser erster Jahrgang ist, bin ich hochzufrieden.” Mit der Landwirtschaft hatte die Familie des jungen Winzers zu tun, seitdem die Vorfahren mit dem Erobererkönig Jaime I. auf Mallorca landeten. Doch zuletzt bauten sie auf 4'7 Hektar Grund nur noch Pfirsiche und Melonen an. Erst 1995 wurden Weinstöcke gepflanzt, zehn Jahre verkauften Llorenç Perelló und sein Vater die Trauben an andere Weingüter im Anbaugebiet der Denominació d'origen (DO) Pla i Llevant. 2004 hatten sie die Idee, die Beeren selbst zu verarbeiten. Doch für den Papierkram war es zu spät, um mit einer offiziellen Produktion zu starten. So brachten Vater und Sohn den 2004er Jahrgang als schlichten Tafelwein heraus. Erst der 2005er Wein konnte mit allen Herkunfts– und Qualitätssiegeln der DO in den Handel kommen. (Auf der Bodega kosten die fünf Butxet-Weine vier bis sieben Euro.)

Was aber bewog den Wandel vom Agrar- zum Weingut? Folgten die Perellós damit dem Modetrend hin zur eigenen Bodega? „Nein”, antwortet Llorenç und erläutert: „Pfirsiche sind am Ende immer gleich, du erntest sie, verkaufst sie, fertig. Aber Wein gibt Dir eine persönliche Befriedigung, weil es an Dir liegt, aus den Trauben ein großartiges Ergebnis hinzubekommen.” Aus diesem Grund will der Winzer, der hauptberuflich eine Gestoría in Muro betreibt, die derzeitige Jahresproduktion von 20.000 Flaschen nicht ausweiten. „Sicher wollen wir mit der Bodega auch schwarze Zahlen schreiben, aber wichtiger als der Zusatzerlös ist uns die Qualität, die wir anstreben. Und dass unsere Weine dann entsprechende Anerkennung finden.”

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