Der mallorquinische Grashopper

Guillermo Vallori hat den Sprung geschafft: von Mallorcas Ascheplätzen in die höchste Schweizer Liga. Jetzt hält der 25-Jährige die Abwehr des Grashopper Club Zürich zusammen und bekommt Anweisungen vom ehemaligen Trainer des 1. FC Köln

VON CARLOS ROMÁN
MALLORCA: Guillermo Vallori erlebt gerade die aufregendste Phase seines bisherigen Lebens als Sportler. Der 25-jährige Innenverteidiger aus Palma ist derzeit eine der herausragenden Persönlichkeiten der höchsten Schweizer Liga, nachdem noch vor einigen Monaten die balearischen Fußballplätze sein Betätigungsfeld waren. Seine Ausbildung bekam er in der Nachwuchsabteilung von Real Mallorca, lange schluckte er Staub auf Mallorcas Ascheplätzen, Hunderte Kilometer legte er in den spanischen Amateurligen zurück.

Im vergangenen Juni dann gelang ihm ein außergewöhnlicher Karrieresprung, als er sich mit seinem damaligen Klub aus Santa Eulària auf die Saison vorbereitete: Ein ehemaliger Schweizer Fußballspieler hatte Valloris Karriere schon länger verfolgt und schlug ihm nun vor, für vier Tage zu einem Probetraining bei einem der traditionsreichen Vertreter des Schweizer Fußballs zu reisen: beim Grashopper Club Zürich. In zwei Freundschaftsspielen gegen Schachtjor Donezk und gegen die Nationalelf von Oman sollte er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen – und das gelang ihm. Der Trainer, der ehemalige Coach des 1. FC Köln, Hanspeter Latour, war beeindruckt von Valloris Aggressivität und sprach sich für eine Verpflichtung aus. Vallori bekam ein Vertragsangebot über zwei Jahre. Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit der Familie entschied er sich für die Grashoppers und so begann für ihn das größte Abenteuer seines Lebens, das er nun in vollen Zügen genießt.

„Es ist nicht leicht, fortzugehen”, gesteht Vallori. „Und dann auch noch gleich in ein fremdes Land, wo keiner deine Sprache spricht. Aber die Eingewöhnung fällt leichter, wenn du spielen kannst. Und das darf ich momentan ja wirklich oft.” Tatsächlich gehört Vallori zur Stammelf der Grashoppers. In allen zwölf Ligaspielen stand er auf dem Platz, ein Tor hat er auch schon erzielt. Insgesamt ist er aber zufrieden mit seinem Leben. Nur die Sprachprobleme bereiten ihm Sorgen. „Bisher schlage ich mich mit Englisch durch. Meine Mitspieler bringen mir nur Schimpfwörter bei”, sagt Vallori. „Aber im Ernst: Ich kann die wichtigsten
Wörter, die man zum Fußballspielen braucht. Zum Beispiel: links, rechts, vorwärts, raus.” Vallori st beeindruckt von der Zuneigung der Zuschauer. „Ich kann schon jetzt viele Anekdoten erzählen”, sagt er. „Nach den Spielen wollen viele Fans mein Trikot haben. Auch wenn das langsam teuer wird, verschenke ich es immer. Was ich hier erlebe, hat einfach keinen Preis.”

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