Wahlkampf paradox

Ein Ruck geht durch die Politiker: Nichts wird mehr aufgeschoben

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In Wahlkampfzeiten tut sich meist nicht mehr viel. Wichtige Entscheidungen werden aufgeschoben für die Zeit nach dem Urnengang. Mit gewagten Projekten will niemand die Gunst der Wähler verlieren.

So war es auf Mallorca fast immer: Madrid und Palma, regiert von sich spinnefeinden Parteien, blockieren sich gegenseitig. Alles wartet auf die Ergebnisse vom Wahlabend, in der Hoffnung, dass durch einen Regierungswechsel alles besser werde.

Doch diesmal ist alles anders. Gleich drei millionenschwere Projekte mit weitreichenden Folgen für die Zukunft der Insel stehen auf dem Prüfstand. Und die Vorhaben sollen noch unbedingt vor den Regionalwahlen im Mai 2007 definitiv in trockenen Tüchern sein. Wie bitte, nichts wird mehr aufgeschoben? Durch die Politiker scheint ein Ruck gegangen zu sein, niemand will am Ende als Blockierer dastehen.

Da sind zum einen der geplante Kongresspalast und die Umgestaltung des Meeresfront. Parteipolitisch gab es über Monate Knatsch wegen des Gesa-Gebäudes, das abgerissen werden sollte. Der Inselrat, das ist die Unió Mallorquina (UM), fuhr ihrem konservativen Regierungspartner Partido Popular (PP) gehörig in die Parade, als sie das Hochhaus unter Schutz stellte, und den Bau des Kongresspalastes indirekt zu verzögern drohte. Jetzt platzte der Knoten, schon im März soll Baubeginn sein. Klar, dass der UM-Kandidat für das Rathaus nicht den Hauch einer Chance gehabt hätte, wenn seine Partei den Kongresspalast verhindert hätte.

Zweites Beispiel Playa de Palma: Nach Monaten der Funkstille ziehen Madrid (Sozialisten) und Palma (Konservative) plötzlich an einem Strang. Die Erwartungen an das Projekt sind zu groß, um sich abseits zu halten. Noch im Januar soll der wichtige Papierkram unter Dach und Fach sein.

Eilig hat es auch Vicenç Grande mit seinem Turmbau am Fußballstadion. Noch vor den Wahlen will er grünes Licht für sein Projekt. Denn die Rathaus-Chefin Catalina Cirer (PP) ist als Real-Mallorca-Fan eine fast sichere Tor-Chance. Und wer kann sagen, ob sie nach den Wahlen noch im Rathaus sitzen wird.

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