Wird die „Sex-Bestie” zum Reklame-Gag?

Der liebestolle Esel, der eine Urlauberin überfiel, sorgt für großen Medienrummel und allerhand abartige Ideen

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Chupito ist jetzt berühmt

Der Triebtäter kam im Galopp: Eine etwa 30jährige Urlauberin, die zusammen mit Freunden bei Artà Urlaub auf dem Lande macht, wurde am Donnerstag vergangener Woche von einem liebestollen Esel attackiert und verletzt. Während die Frau sich in den vergangenen Tagen auf Mallorca von den Biss– und Prellwunden erholte, wurde der Sittenstrolch auf einer Wiese bei der örtlichen Tierauffangstation in Gewahrsam genommen. Ein Gericht in Manacor wird entscheiden, was mit dem Tier geschehen soll, das einem deutschen Mallorca-Residenten ausgebüchst war.

So schlimm der Überfall für das Opfer auch gewesen ist, für manchen Dorf- oder Inselbewohner entbehrte die Nachricht über den langohrigen Lustmolch nicht einer gewissen Portion Komik. Das sexbesessene Biest war tagelang Thema Nummer eins – selbst in Deutschland und anderen Ländern verbreiteten sich Meldungen von Mallorcas „geilem Esel”. „Bild”, sonst im Sommer eher auf Hai-Suche vor Mallorca, widmete „Chupito”, wie der Esel heißt, gleich mehrere halbseitige Berichte.

Bei der Gemeindeverwaltung von Artà meldeten sich mehrere Menschen, die Verständnis für die Kapriolen des haarigen Ungeheuers zeigten und dafür plädierten, gnädig zu verfahren. Schlagersänger Jürgen Drews, der nach eigenen Worten früher „selbst auch geil durch die Gegend gelaufen” (Bild) ist, besuchte den Übeltäter in der Quarantäne und versprach, Geld zu sammeln, damit der Esel eine Freundin bekommt, die sein stürmisches Wesen schätzt. Eine deutsche Werbeagentur soll sich angeblich für das Tier interessieren, um es künftig für Reklamezwecke einzusetzen. Und auch ein auf Ibiza lebender deutscher Millionär hat sich offenbar bereit erklärt, dem Sünder Asyl zu bieten.

Eine Einschläferung muss das Tier wegen seiner Eseleien wohl kaum erwarten, heißt es aus dem Polizeiamt. „Chupito” mache einen ganz normalen Eindruck, so der Beamte, der ihn betreut, seitdem er „festgenommen” wurde. Der Esel-Macho sei von klein auf in Gesellschaft von Menschen aufgewachsen. Ob er sich deshalb vielleicht in der Art geirrt hat und den Menschen als Esel betrachtet oder sich selbst als Mensch? Darüber kann nur gemutmaßt werden. „Er war wohl etwas heiß”, meint sein derzeitiger Betreuer.

Zur Tatzeit war ihm offenbar nicht nur jedes Mittel, sondern auch jedes Opfer recht: Am Abend vor dem Überfall auf die Deutsche war er schon einmal ausgerissen. Bei dieser Gelegenheit waren ihm zwei Schafe in den Weg gekommen, die er zu besteigen versuchte. Trotz wütender Gewaltanwendung konnten und wollten die beiden Unglückstiere den Absichten des Vergewaltigers keine Folge leisten. „Chupito” malträtierte sie so lange, bis sie an ihren Verletzungen starben. Der Besitzer, ein deutscher Fincabewohner in der Nachbarschaft, musste Schadenersatz blechen und durfte „Chupito” (auf deutsch so viel wie „Schlückchen”) wieder mit nach Hause nehmen.

Die Verletzungen, die die Joggerin am folgenden Morgen erlitt, mussten im Krankenhaus behandelt werden. Am ganzen Körper trug die Frau Biss– und Prellwunden davon. Der Esel soll sie sogar durch die Luft geschleudert haben. Einige Minuten musste sich das Opfer mit Händen und Füßen wehren, bis ihre Hilferufe gehört wurden und ein Anwohner zu Hilfe eilte. Sie hat einen Anwalt eingeschaltet.

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