Zu teuer für den Millionär

Bohlens Abschied von Mallorca

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Wer MM kennt, weiß, dass diese Zeitung die Mallorca-Prominenz alles andere als schlecht behandelt. Gesellschaftsreporter Nils Müller sei eher ein Promi-Heger als ein Promi-Jäger, sagte einmal ein Kollege vom WDR. Richtig so, denn bekannte Leute zieren nicht nur das Blatt, sie zieren – viel wichtiger – die Urlaubsdestination Mallorca.

Bei Dieter Bohlen liegt der Fall gänzlich anders. Es muss jeden Mallorca-Freund stinksauer machen, wenn er liest, wie sich der so genannte Pop-Titan von der Insel verabschiedet: mit Pauken und Trompeten und – damit's auch alle hören – in der „Bild”. Ob ganz bewusst oder schlicht unbedacht, er schadet mit seiner Tirade allen, die auf der Insel leben und arbeiten. Denn wieder einmal wird pauschal über Mallorca hergezogen – zu heiß, zu teuer, zu viel Nepp.

Das muss man sich einmal vorstellen: Da zieht ein Multi-Millionär, der die Insel von vielen Besuchen her kennt, im mallorquinischen Hochsommer ins mondäne Andratx – und beschwert sich dann über hohe Preise und hohe Temperaturen. Und darüber, dass es beim Golfen steif zugeht. Das ist lachhaft – und das beste Indiz dafür, dass hinter Bohlens Abflug eben doch ganz andere Gründe stecken.

Bohlens Kanonade ist nicht die erste Attacke prominenter Gäste, die Mallorca aus welchen Gründen auch immer verlassen haben. Aber sie ist besonders fies. Übereinstimmend wird berichtet, dass Bohlen wie ein König hofiert und vielfach eingeladen wurde. Sollte er sich im Ferienziel geirrt haben, so ist das sein Fehler – ein leiser Abschied wäre angemessen gewesen.

Generell sollten sich die prominenten Kritikaster einmal überlegen, was sie mit ihren millionenfach publizierten Schelten anrichten können. Eine differenzierte Kritik an Fehlentwicklungen sieht anders aus, macht aber ein bisschen Mühe.

Dieter Bohlen darf Mallorca in Zukunft gerne fernbleiben. Aber wahrscheinlich hält er es auf seiner neuen alten Lieblingsinsel Sylt auch nicht lange aus. Da ist's nämlich ziemlich kalt – und für diesen so sparsamen Herrn ebenfalls viel zu teuer.

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