Mallorca im Drei-Viertel-Takt

Josef Egger plant einen Wiener Opernball in Palma / Termin wohl im Februar im Pueblo Español / Konzert mit Welt-Stars am 1. Juli

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Josef Egger als rührig zu bezeichnen, ist eine deutliche Untertreibung. Der Kommerzialrat aus Österreich, der eigentlich seit Jahren das Dasein eines wohlhabenden Pensionisten auf seiner großen Finca in Esporles genießen könnte, muss immer neue Projekte durchführen. Im nächsten Jahr plant der Gründer und Vorsitzende des Vereins Österreichische Freunde Mallorcas den ganz großen Wurf: Er will in Palma einen Wiener Opernball organisieren.

Dabei kann er auf die Hilfe von Marcela Cerno zählen. Die Sopranistin, die vor allem in Asien mit ihren Operetten außerordentlich großen Erfolg hat, ist bereits seit einigen Jahren für die Stadt Wien in der Presseabteilung tätig („mein zweites Standbein”), insbesondere kümmert sie sich um die Unterstützung von Wiener Bällen in aller Welt.

„Ein lokaler Veranstalter muss die Organisation machen”, erklärt sie im MM-Gespräch, „im Oktober überprüft die Stadt dann auf Antrag, ob sie einen solchen Ball unterstützen will.” Dabei gehe es in erster Linie darum, ob es einen Werbeeffekt gibt. Bei positivem Bescheid kommen eine finanzielle Beteiligung in Frage oder etwa die Entsendung eines Orchesters.

Egger hofft auf 1000 Gäste, noch ist allerdings nicht sicher, wo der Ball stattfinden soll. Wahrscheinlich jedoch im Pueblo Español, wo der Rahmen angemessen und der Platz ausreichend ist.

Die Koloratur-Soubrette, die 1979 aus ihrem Geburtsland Tschechoslowakei nach Österreich geflüchtet war und eigentlich Cernochova mit Nachnamen heißt, reüssiert besonders mit Strauß, Lehár und anderen Meistern der Operette.

Mallorca kennt sie, seitdem sie mit dem Ehepaar Egger befreundet ist. „Auf der Finca kann ich eine Woche nichts tun”, sagt Cerno, „ansonsten rufe ich von der ganzen Welt an, Elfie ist eine tolle Psychologin für hysterische Sängerinnen.”

Auf Reisen mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl gibt der schon mal mit ihren Sangeskünsten an. So bei einer Visite in Moskau, als Cerno vor Bürgermeister Juri Luschow sang. „Ich kann mir keine Mitarbeiter leisten, die so singen können”, hat der Moskowite laut Cerno zu seinem Amtskollegen gesagt.

Von ihren Sangeskünsten kann man sich am 1. Juli auf Mallorca überzeugen. Cerno ist einer der Weltstars, die bei einem Konzert singen werden, das – wie sollte es anders sein – von Josef Egger organisiert wird. Im Castell Bellver, im Rahmen der Sommerkonzerte des balearischen Symphonieorchesters, treten neben Cerno Bassist Kurt Riedl, die Sopranistin Regina Schörg und Tenor René Kollo auf, dazu wohl auch der menorquinische Bariton Joan Pons, mit dem Egger in dieser Woche in Zürich verhandelt hat.

Für Abonnenten des Zyklus ist das Konzert Teil des Pakets, wer nur diese Veranstaltung besuchen will, muss tiefer als üblich in die Tasche greifen. Denn, auch das ist so Eggers Art, ein Teil der Einkünfte wird einem guten Zweck zufließen, höchstwahrscheinlich der Anti-Drogen-Organisation Proyecto Hombre.

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