Hilfe für Stromkunden auf Mallorca

Weil die Liberalisierung des Energiesektors auf Mallorca viele Fragen aufwirft, gibt es jetzt ein nützliches Merkblatt

Mallorca – Wenn selbst Mitarbeiter der zuständigen Generaldirektion der Balearen-Regierung einräumen, ein Thema nicht bis ins letzte Detail verstanden zu haben, dann muss es sich dabei in der Tat um einen schwierigen Sachverhalt handeln. So ist es im Fall der bevorstehenden Liberalisierung des Strommarktes auf Mallorca geschehen. Da es offensichtlich an Information mangelt, hat das balearische Verbraucherschutzministerium jetzt ein Merkblatt herausgegeben. „Die Liberalisierung des Strommarktes bedeutet, dass die Verbraucher frei wählen können, bei welchem Unternehmen sie einen Vertrag über die Lieferung von Strom und Erdgas abschließen wollen”, heißt es dort. Bisher war Gesa für die meisten Privatkunden alleiniger Anbieter. Das ändert sich am 1. Juli. Die Kunden haben dann zwei Möglichkeiten, heißt es weiter: Entweder sie schließen einen Vertrag auf dem freien Markt mit einem Anbieter zu den Konditionen ab, die dieser offeriert, oder aber sie entscheiden sich für einen Vertrag mit dem so genannten „Último Recurso”-Tarif, der von der Zentralregierung in Madrid festgelegt wird.

Wer sich für den Wechsel auf den freien Markt entscheidet, muss mindestens ein Jahr bei dem gewählten Anbieter bleiben. Darum solle man die Angebote genau prüfen, vergleichen und den Vertrag nicht per Telefon abschließen. Vorab sei es ratsam, anhand von Stromrechnungen seinen Energieverbrauch zu analysieren, um herauszufinden, welches Angebot am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Auch solle man abwarten, wie teuer der „Último Recurso”-Tarif ausfallen werde. Eine Entscheidung darüber gibt es erst in den nächsten Wochen.

Insgesamt sind in Spanien rund 20 Unternehmen registriert, die im Energiesektor ihre Dienste anbieten (eine Liste gibt es bei der Energie-Kommission im Internet, www.cne.es). Allerdings werden bei weitem nicht alle von ihnen auch tatsächlich auf Mallorca Privatkunden beliefern. Bisher haben neben Gesa erst drei Unternehmen ihre Absicht dazu bekundet: Unión Fenosa, Gesternova und Hidrocantábrico. Denn rentabel ist das Geschäft mit den Kleinkunden nicht.

Darum wird allgemeinhin auch nicht damit gerechnet, dass die Liberalisierung des Strommarktes zu billigeren Preisen führt. Eher das Gegenteil wird der Fall sein. Obendrein kann es bei der Umstellung im Juli zu Problemen mit den Rechnungen kommen, wie Gesa jetzt schon einmal vorsorglich warnt.

Das Infoblatt gibt es zum Herunterladen im Internet: www.consum.caib.es. (jm)

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