„Soll hier sehr schön sein”

Jens Jagla ist der neue Star bei Drac Inca. Mit dem Berliner wollen die Drachen ihre Zweitklassigkeit beenden und in die erste Basketball-Liga aufsteigen. Mallorca kennt der lange Deutsche fast nur durchs Fernsehen

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Überragend.

Mallorcas Basketball-Zweitligist Drac Inca hat Verstärkung bekommen. Am Dienstag landete Jan Jagla auf der Insel. Der 24jährige gebürtige Berliner kam direkt aus Amerika eingeflogen, wo er von den Los Angeles Clippers zu einem Auswahlverfahren eingeladen wurde. Der Traum von der NBA hat sich dann aber doch nicht erfüllt. Noch nicht.

Vom Flugzeug ging es direkt in die Sporthalle. Viel Zeit bleibt dem deutschen Basketballer nicht, seine Teamkollegen kennenzulernen, denn an diesem Freitag (28. Oktober) soll er schon gegen CAI Zaragoza zum Sieg verhelfen. „Drei Tage sind nicht viel, aber ich bin nun einmal inmitten der laufenden Saison dazugekommen.”

Drac setzt vor allem auf die universellen Einsatzmöglichkeiten des vielfachen deutschen Nationalspielers. Und natürlich auf dessen Statur. Im Sitzen ist der Zwei-Meter-Zwölf-Mann schon so groß wie die meisten Spanier im Stehen. Selbst wenn er mit hängendem Kopf vom Spielfeld geht, brauchen seine weiblichen Fans noch eine Leiter, um ihn mit einem Küsschen zu trösten.

Dass aus dem amerikanischen Traum nichts wurde, so Jagla, sei zwar schade, aber aufgeschoben sei schließlich nicht aufgehoben. Als Lückenbüßer oder Notlösung versteht Jagla das Angebot von Drac Inca nicht. Im Gegenteil. „Hier kann ich viel spielen und viel lernen. Da geht es auch nicht ums große Geld. In Europa bin ich noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Ich bin noch jung und muss mich erst einmal etablieren.”

Auch dass hier um die Spieler nicht so ein Starrummel gemacht wird wie in den USA findet er zumindest auf sich bezogen eher angenehm. „Klar wäre es schön, wenn Basketball in Europa so populär wie Fußball wäre. Aber ich bin ohnehin eher ein Privatmensch.” Eine eigene Wohnug hat er auch schon. „Die ist in einem kleinen Dorf im Norden, doch ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie es heißt.” Jagla war zwar schon einmal zum Training mit der deutschen Nationalmannschaft auf der Insel, „aber eigentlich kenne ich Mallorca nur vom Fernsehen. Es soll sehr schön sein”. Bis zum Sommer hat er zumindest an den Wochenenden Gelegenheit, sich von der Wahrheit der Fernsehberichterstattung persönlich zu überzeugen. Dann läuft sein erster Vertrag bei Drac Inca aus. Aber vielleicht knallen dann ja auch die Sektkorken. Denn Drac Inca will es Menorca gleichtun und in die erste Liga aufsteigen. Im Falle eines Aufstiegs in die spanische Erstliga ACB, hat Jagla bereits jetzt die Option, seinen Vertrag zu verlängern.

„Das wäre natürlich super, in der ACB zu spielen. Die spanische erste Liga gehört für mich zu den besten in Europa. Und ich denke, das muss nicht länger ein Traum bleiben.” Hauptsponsor Vicenç Grande, der bei der Verpflichtung von Jagla ein gewichtiges Wort mitzureden hatte, freut sich über die Zielstrebigkeit des Neuzugangs. „Aber auch wenn wir nur in die Play-Off-Runde kommen, bin ich schon sehr zufrieden.”

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