Touristeninformation: Geheimtipps mitten im Getümmel

Mobile Stände bieten praktische Hilfe vor Ort

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Freundliche Mallorquiner weisen Touristen den Weg.

VON FRANKA BIEDERSTÄDT

Mallorca. Zu etwa 80 Prozent, sagt Esperanza Sesantes, haben sie und ihre Kolleginnen von der Touristeninformation am Parc de ses Estaciones mit Deutschen zu tun. Und eines ärgert sie denn doch ein bisschen: „Sehr oft werde ich gefragt, wo der Ballermann 6 ist.” Es sei doch schade, „dass viele Mallorca nur mit Strand verbinden – dabei hat unsere Insel so viel Schönes zu bieten.” Im Winter, hat Esperanza festgestellt, ist das auch anders: Da interessierten sich viele Reisende mehr für Kultur und Sport. „Die Deutschen sind sehr wanderfreudig. Ein 80-Jähriger fragte mich vor Kurzem nach einer Wanderroute durch die Berge, das fand ich schon sehr erstaunlich.”

Vier Informationsbüros, kurz OIT genannt („Oficines de Informació Turística”), bietet das Rathaus von Palma in der Stadt an. Rund um Bus und Bahn, Sehenswürdigkeiten, Shopping und Veranstaltungen findet der Urlauber hier persönliche Beratung. Zwei mobile Stände, die mitten im Getümmel Hilfe anbieten, kamen vor ein paar Jahren hinzu: einer an der Plaça Mayor, einer direkt an der Kathedrale. Das Rathaus möchte damit auch für Touristen präsent sein die, aus welchen Gründen auch immer, nicht in die festen Büros finden. „Die Leute sind richtig glücklich, wenn sie Fragen haben und an so zentraler Stelle dann einen Stand sehen”, sagt Ulrike Munar, die für die „Puntos móviles” zuständig ist. „Die Stände sind eine Entlastung für unsere festen Büros und werden auch super-gut angenommen.”

Was Touristen außerhalb Palmas auf Mallorca entdecken können, erfahren sie im Informationsbüro an der Plaça de la Reina. Miquel Munar Hamacher, Koordinator des Büros, und seine Kollegen stehen hier im Auftrag des Inselrats den entdeckungsfreudigen Urlaubern Rede und Antwort.

Einer von ihnen bekommt gerade einen großen Stapel an Prospekten in die Hand gedrückt und hat nun die Qual der Wahl: Fahrrad- oder Wandertour, Strände, Aktivtourismus, Handwerk, Kunst, Herbergen, Hütten, Schifffahrten, Kulturveranstaltungen, um nur einige Schlagworte zu nennen. „In den Wintermonaten sind wir damit beschäftigt, diese Broschüren selbst zu erstellen”, sagt Miquel Munar Hamacher. Und alle zwei Jahre werden sie allesamt aktualisiert.

Anders als am Parc de ses Estaciones haben sich 2008 an der Plaça de la Reina vor allem Spanier informiert, nämlich rund 37.000 (29 Prozent). Kurz darauf folgen aber auch schon die Deutschen mit 25 Prozent. Einen recht hohen Anteil an den Besucherzahlen des Büros haben mit 18 Prozent auch die Engländer. „Die Leute fragen meistens als erstes nach einem Stadtplan und dann nach den Sehenswürdigkeiten von Palma”, berichet Miquel. Nachdem sie die Grundinformationen hätten, käme oft erst die „eigentliche Spezialität des Büros” zum Zuge: die Beantwortung der Frage, was auf Mallorca „sonst noch sehenswert” sei.

Gern geben er und seine Kollegen dann auch Tipps, wie man eine Autoroute am effektivsten planen kann. Oder sagen dem Reisenden, wie er am besten mit dem Zug über die Insel kommt. Allerdings: „Geheimtipps” für verlassene Strände kann Munar Hamacher nur bedingt verteilen: „In der Hochsaison kann man schließlich kaum erwarten, ganz allein an einem Strand zu sein.” Dünn besiedelte Badestellen gebe es aber immer noch.

Wer dann, weit weg von Palma, auf der Insel unterwegs ist und Fragen hat, kann auch dort durchaus auf Hilfe hoffen: Rund weitere 45 Informationsbüros des Inselrats sind an verschiedenen Orten angesiedelt.

Im Moment wollen die beiden Urlauberinnen Lena (19) und Steffi (20) allerdings erstmal gar nicht woanders hin. Auf der Suche nach einem ganz speziellen Souvenir schlendern sie durch Palma: Ein Fußballtrikot soll es sein. Da ist selbst Lourdes Servera vom mobilen Info-Stand an der Plaça Major im Moment etwas ratlos. Die einzige Idee, die ihr spontan einfällt, nützt den beiden Freundinnen nichts: „Markt ist heute leider nicht in Palma.” Was soll's, sagt Lena: „Dann suchen wir das Shirt eben woanders.”

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