Fünf Jahre Vorlaufzeit

Der Sammler Hans Grothe spielte schon im Jahr 2004 mit dem Gedanken an eine Ausstellung in Palma

Schon vor fünf Jahren war zum ersten Mal davon die Rede, Werke von Anselm Kiefer aus der Sammlung Hans Grothe im Museum Es Baluard zu präsentieren. Jetzt ist es soweit: Am 30. Januar, anlässlich des fünften Geburtstages des Museums, wird die Eröffnung sein.

Grothe begann seine Sammlung vor knapp 50 Jahren. Wenn dem erfolgreichen Bauunternehmer sich je die Frage stellte, „kaufe ich mir einen Porsche oder einen Nolde?”, hat er sich immer für die Kunst entschieden. Später umfasste seine Sammlung rund 800 Gemälde und Plastiken deutscher Gegenwartskunst, oft von Künstlern der Düsseldorfer Akademie, darunter Werke von Beuys, Baselitz, Richter, Graubner, Lüpertz, Kiefer, Immendorf und Penck.

Die Sammlung sah nicht immer gleich aus: „1953 sammelte ich fast ausschließlich Expressionisten“, erzählte Grothe in einem früheren MM-Gespräch. „Doch irgendwann wurde mir klar, dass es fast nicht mehr möglich war, Expressionisten zu kaufen. So habe ich mich von meiner Sammlung komplett getrennt, nachdem ich aber schon zuvor, ab 1969, begonnen hatte, zeitgenösssiche Kunst zu erwerben.“ Warum er ausschließlich deutsche Gegenwartskunst sammelte? „Ich habe mich im Laufe der Zeit dazu entschieden, nur noch einige wenige, vielleicht zehn bis maximal 20 Künstler zu sammeln. Ich möchte lieber mehrere Bilder von wenigen haben, um ihre Entwicklung zu sehen und zeigen zu können. Und ich sammle deutsche Künstler, denn ich bin mit allen ,meinen' Künstlern seit vielen Jahren befreundet. Der persönliche Kontakt ist mir überaus wichtig.“ Dieser Idee folgte er, als er im Jahr 2005 die gesamte Sammlung an die Wella-Erben Ströher verkaufte, um sich ausschließlich dem Künstler Anselm Kiefer zu widmen.

Zuvor war im Laufe der Jahre die Grothesche Sammlung so wichtig geworden, dass das Land Nordrhein-Westfalen sich entschloss, ihr ein eigenes Museum zu bauen: das Museum Küppersmühle – Sammlung Hans Grothe. Bis in die 70er Jahre war die Küppersmühle im Duisburger Innenhafen, errichtet zwischen 1908 und 1916, ein Getreidespeicher. Später wurde der historische Industriebau nach den Plänen der schweizer Architekten Herzog und de Meuron umgestaltet.

Heute präsentiert und verwaltet das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Schlüsselwerke der Sammlung Ströher mit herausragenden Werken deutscher Künstler von internationalem Rang. Der Wechsel war in der Kunstszene viel beachtet.

Grothes Sammlertätigkeit war nicht immer unumstritten, als er etwa 2001 Arbeiten von Starfotografen wie Thomas Demand, Andreas Gursky, Thomas Ruff oder Thomas Struth in New York versteigerte. Die Fotokünstler protestierten, weil Grothe vor Zeugen zugesagt habe, ihre Werke zu seinen Lebzeiten nicht zu verkaufen. Und er habe versichert, sie in ein Museum einzubringen. Deshalb habe man ihm Werkzyklen zu „außergewöhnlichen Konditionen“ übergeben. (G.K.)

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