Cigar-Lounge: Sinnieren und parlieren

Blaue Stunde: Eine Cigar-Lounge zeichnet sich durch ein elegant-behagliches Ambiente aus. Zigarren- Raucher sehen sich als Genussmenschen mit einem Faible für Zeremonien – und gepflegte Unterhaltung

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Zelebrieren heißt das Motto in der Cigar Lounge: Vom Prüfen der Zigarre – durch leichtes Zusammendrücken am „Fuß” – über den Anschnitt mit einem speziellen Cutter des „Kopfes” bis hin zum Anzünden mit einem langen, schwefelfreien Streichholz wird das Rauchritual lustvoll in Szene gesetzt. Und so ein Auftritt braucht natürlich das entsprechende Szenario. Ein Fünf-Sterne-Hotel, das auf sich hält, legt daher allergrößten Wert auf ein elegant-komfortables Interior seiner Cigar Lounge.

Die gediegene „George Sand Lounge” im Hotel Castillo Son Vida lädt in warmen Erdtönen, mit schweren dunklen Ledersesseln, viel Holz und gemütlichem Kamin zur „blauen Stunde”. Auch wenn die französische Schriftstellerin eine gute Zigarre schon im 19. Jahrhundert zu schätzen wusste – „Eine Zigarre ist die perfekte Ergänzung eines eleganten Lebensstils” –, bleiben die Herren hier zumeist unter sich. Im „Yellow Room” des Read's Hotels in Santa Maria ist das anders, weiß Direktor Vivian Michael Read: „Bei uns besuchen auch sehr viele Damen die Lounge.”

Weit entfernt davon – nach immer schärferen Nichtrauchergesetzen –, ein schnöder Zufluchtsort für verunsicherte Raucher zu sein, gilt die Cigar Lounge als exklusives Terrain für Genießer. „Zigarren-Raucher sind Persönlichkeiten, die viel mit dem Kopf arbeiten,” weiß Norbert Rossel, Davidoff-Embassadeur des Generalagenten Gebr. Heinemann, der außer den Hotels von Arabella Starwood viele andere gehobene Häuser mit exklusiven Rauchwaren bestückt. Beim Genuss der Zigarre werde sinniert, strukturiert, kreiert – und parliert natürlich. Auch ein kommunikativer Ort sei die Cigar Lounge, in der sich auch mal Zigaretten-Raucher einfinden. Sie seien allerdings ein völlig anderer Raucher-Typus: „Der Zigarren-Liebhaber raucht viel bewusster, inhaliert nicht und weiß, dass er vielleicht letzten Donnerstag seine letzte Zigarre geraucht hat, welche Marke und zu welchem Anlass.”

Neben vielen anderen Kriterien spielt bei der Zigarre auch die Zeit eine Rolle: Eine „Entreacto” – die für 6'80 Euro zwischen „den Akten” für Genuss sorgen soll – raucht man in 15 Minuten (deshalb auch beliebt bei Fußball-Fans zwischen den Halbzeiten, so Experte Rossel), für die „Davidoff-Aniversario No.1” braucht man gut und gern zweieinhalb Stunden. Zeit ist auch hier Geld: Für letztere Zigarre sind 43'50 Euro hinzublättern. Zu solchen Kostbarkeiten reicht man in der Cigar Lounge das entsprechende Getränk: Kaffee, Cognac, schweren Rotwein. Als „dernier cri”, so Kenner Rossel, gilt Rum: „Eine süße Variante.”

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