Ein Platz auf der Weltkarte der Kunst

Genuss pur wie im Museum bei Art Cologne und Jam Art

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Das hat Palma gutgetan. Da wehte einmal ein richtig frischer Wind durch die Szene. Erfahrene Messebesucher sprachen von Überschaubarkeit, unerfahrene wurden nicht gleich überfordert.

Leider haben noch viel zu wenig Menschen, sowohl Mallorquiner als auch ausländische Residenten, begriffen, dass eine Kunstmesse keineswegs mit einem Kaufzwang verbunden, dass man gar nicht unbedingt ein Kunstkenner sein muss, dass Galeristen gerade bei Messen mit Vergnügen Erklärungen abgeben, gerne etwas über die von ihnen präsentierten Arbeiten erzählen. Das gefällt ihnen weitaus besser, als am Stand zu sitzen und auf Kunden zu warten.

 

Wann, wenn nicht auf einer Kunstmesse, hat man schon einmal die Möglichkeit, so viel Kunst ganz unterschiedlicher Herkunft und Ausrichtung direkt vor der Haustür zu sehen? Von Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner bis zu Gegenwartskunst aus Korea oder Israel. Von den ganz Jungen, den Rebellischen, die die Welt und die Kunstszene in Frage stellen, bis zu den neuesten Richtungen von Videokunst und Installation. So war denn die Satellitenmesse Jam Art auch eine gelungene Ergänzung zur Art Cologne.

Berührungs– und Schwellenängste sind fehl am Platz, denn auch eine Kunstmesse hat gar nicht Hehres und Heiliges. Im Grunde genommen ist es doch Genuss pur in einem temporären Museum für zeitgenössische Kunst, gleichgültig, ob man nun alle Exponate mag oder nicht. Das ist bei einem Museum ebenso der Fall. Und die Experten hat man auch gleich bei der Hand.

Den beiden Messen sind im kommenden Jahr mehr Besucher zu wünschen. So wie die Besucherzahlen zur Nit de l'art Jahr für Jahr gewachsen sind. Inzwischen ist die Kunstnacht eine einzige große Kunstfiesta, voller guter Laune und voller guter Anregungen. Liest man die Presse, weiß man, dass Mallorca einen Platz auf der Weltkarte der Kunst hat. Für alle Beteiligten, auch für die hiesige Kunstszene, bringt das auch die Verpflichtung mit sich, im nächsten Jahr die diesjährige Qualität nicht nur zu halten, sondern noch zu steigen.

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