Einmischen – aber mit Gefühl

Mit etwas Diplomatie geht alles besser

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Dürfen die ausländischen Residenten auf Mallorca ihre Stimme erheben, wenn ihnen in ihrer neuen Heimat etwas allzu spanisch vorkommt? Die Antwort ist ganz einfach: Natürlich dürfen sie, schließlich zahlen sie hier in der Regel ihre Steuern, und Meinungsfreiheit genießen wir in Europa auch. Die EU-Bürger haben sogar das Recht auf freie Wahl des Wohnortes. Ende der Durchsage!

Oder doch nicht? Die Erfahrung zeigt uns, dass die Antwort nur theoretisch so einfach ist. So wie die auf die Frage, ob in Europa Mohammed-Karikaturen veröffentlicht werden dürfen. Presserecht hin, Meinungsfreiheit her – die Aussagen dazu hören sich inzwischen doch reichlich differenziert an.

Wohl überlegt sollte Kritik an Mallorca schon sein. Man darf erwarten, dass wir Neubürger wenigstens versuchen, uns in die Lage der Insulaner zu versetzen. Viele von ihnen sind noch nicht ganz so europäisch eingestellt wie etwa der Autor diese Zeilen, der im Dreiländereck von Deutschland, Schweiz und Frankreich aufwuchs. Natürlich gelte ich als Ausländer hier. Will ich mit meiner Kritik etwas erreichen, tue ich also gut daran, auf eventuelle Empfindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Sonst verpufft meine Anregung ungehört – oder schürt gar Ressentiments. Wer gleich mit dem Hinweis winkt, „wir bringen euch ja schließlich das Geld”, hat bereits verloren. Etwas diplomatischer darf's schon sein. Es ist ein altes Sprichwort, aber immer noch richtig: Der Ton macht die Musik.

Um auf den Ausgangspunkt der Debatte zurückzukommen: Die Kritik Maffays war deutlich, aber respektvoll formuliert – sie hatte ihre Berechtigung.

Es gibt im übrigen ausreichend Möglichkeiten, sich in seiner Wahlheimat auf andere Weise einzumischen. Die Deutschen und Österreicher haben hier nämlich das passive und aktive Wahlrecht bei Kommunalwahlen (warum eigentlich nicht bei den Regionalwahlen?). Doch von diesem Recht wurde bislang nur sehr spärlich Gebrauch gemacht. Da müssen sich jene, die gerne das Wort erheben, fragen lassen, warum sie diese Möglichkeit der Einflussnahme nicht wahrnehmen.

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