Was soll nur aus Mallorca werden?

Peter Maffays Kritik an der Betonfraktion

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Peter Maffay weiß, dass das Wort eines Prominenten Gewicht hat. Seine eigene Bekanntheit setzt er seit Jahren dafür ein, Kindern zu helfen, und jetzt tut er es, um Mallorca vor exzessiver Bebauung zu schützen. Seine in MM publizierten Äußerungen werden vor allem in Deutschland nicht ohne Echo bleiben. Und was in Deutschland über Mallorca gesagt wird, wird auch hier zur Kenntnis genommen.

Die Kritik an der Betonfraktion ist insofern typisch Maffay, als sie im Ton durchaus moderat bleibt. Hier wird niemand beschimpft, sondern eine Entwicklung beklagt. Das macht das Anliegen glaubwürdiger – und diskussionsfähig. An Mitstreitern wird es nicht mangeln. Wer will nicht Mallorca bewahren?

Zur Sache. Die kritisierten neuen Autobahnen wurden an dieser Stelle schon mehrfach verteidigt. Die Baustellen wirken in der Massierung tatsächlich erschlagend, doch die Verkehrsadern, die hier entstehen, waren überfällig, allein schon aus Gründen der Sicherheit. Und wer glaubt, ein paar Bahnkilometer machten sie überflüssig, glaubt an Märchen.

Aber, und hier gehe ich mit Maffay wieder d'accord, es muss dann auch Schluss sein. Nicht jede Ortschaft kann über eine Schnelltrasse erreichbar sein. Wer sich jwd einkauft, muss auch akzeptieren, dass er länger als 15 Minuten zum Airport benötigt.

Der Siedlungsdruck wird nicht nachlassen, dazu ist dieses Stückchen Europa zu privilegiert. Und je mehr das Bauen erschwert wird, desto teurer wird der Grund und lauter das Grummeln der Einheimischen über unbezahlbare Preise.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma kann auch Peter Maffay nicht aufzeigen. Es wird deutlich, dass auf Mallorca Visionen für die nächsten 20, 30 Jahre fehlen. Wovon wird Mallorca leben? Vom Massentourismus? Von den Pendlern und Residenten? Für was und wen wird das Land verwendet? Für Siedlungen, Sportanlagen, Naturparks, die Landwirtschaft? Hier müssen weitreichende Entscheidungen getroffen, Prioritäten gesetzt werden – mit dem Ziel, moderates Wachstum und Landschaftsschutz in Einklang zu bringen. Denn sicher ist: Eine verschandelte Insel ist eine Insel ohne Reiz.

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