Der Wein der Woche

Zukunft der Inselweine

Das „Abenteuer Anima Negra” begann mit zwei Eichenfässern, einem Bauernhof ganz in der Nähe von Felanitx Richtung Campos und einer Idee. Da man nicht über eigene Rebstöcke verfügte, begann die Suche nach alten, oft vereinzelt und verstreut liegenden Callet-Stöcken, um aus deren Trauben guten Wein zu machen. Es folgte eine schwierige und langwierige Überzeugungsarbeit seitens der Anima-Negra-Winzer, den Bauern, den Eigentümern der jeweiligen Rebstöcke klarzumachen, dass ihr Vorhaben erfolgreich sein würde.

Denn Francesc Grimalt, der Önologe von Anima Negra, musste den jeweiligen Eigentümern klarmachen, dass es nun nicht mehr um Masse ging, sondern nur die besten Trauben reifen durften. Heute, da Anima Negra auf viele erfolgreiche Jahre und Jahrgänge mit ausgezeichneten Weinen zurückblickt, scheinen die Anfangsschwierigkeiten weit entfernt.

Inzwischen besitzt man etwa 300 Fässer, überwiegend neue oder einjährige, moderne Kellertechnik und auch eigene, allerdings noch junge Weingärten. Das Rückgrat der Anima-Negra-Weine bildet der spätreifende Callet, eine autochthone Rebe, die hervorragend auch mit extremer Trockenheit klarkommt und, sofern man den Ertrag der einzelnen Rebstöcke gering hält, ganz außergewöhnliche Rotweine hervorbringt.

Seit geraumer Zeit befindet sich der sogenannte AN 2 des Jahrgangs 2003 zum Preis von etwa zehn Euro im Verkauf. Ein äußerst attraktiver, trinkfertiger Rotwein. In seiner Preisklasse ist er unzweifelhaft ein Juwel innerhalb der mallorquinischen Weinwelt und wie ich meine, der Stärkste im Vergleich zu seinen Vorgängern.

Beim AN 2 zeigt der Callet im Verbund mit vier weiteren Rebsorten reiche Aromenvielfalt. Rote und schwarze Frucht, Balsamisches, Kräuter, Süssholz, Tabaknoten und ein zarter Gewürzton füllen die Nase. Auch im Geschmack erfüllt er hohen Anspruch, harmonisch, ohne Kanten oder Spitzen mit reifer Frucht, langanhaltend.

Solange Mallorcas Winzer Rotweine wie den AN 2 in dieser Qualität hervorbringen, brauchen sie sich um die Zukunft der Inselweine und die Nachfrage nach denselben keine Sorgen machen. Preis/Leistung ist einfach beispielhaft.

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