Der Wein der Woche

Erfolg mit Rebsorte aus dem Norden

Keine andere Kellerei hat die Weinregion Yecla im Südosten der iberischen Halbinsel so sehr geprägt wie die Bodegas Castaño. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist das Familienoberhaupt Ramón Castaño Santa Weinmacher mit stetig wachsendem Erfolg.

Inzwischen übernahmen seine drei Söhne das Regiment in Keller und Weinberg. Die Namen ihrer Weine lesen sich wie eine Prominentenliste, wie das „Who is who” spanischer Winzerkunst. Castaño, Casa Cisca, Pozuelo, Hecula und natürlich Viña al lado de la Casa sind feste Bestandteile des Repertoirs dieser erstklassigen Bodega. Bemerkenswert vor allem, weil die allermeisten Produkte von Castaño mit Ausnahme von Casa Cisca durchaus bezahlbar sind.

Yecla ist Monastrell-Land. Um so mehr erstaunt es, dass inzwischen sogar die Macabeu oder Viura, wie sie auch genannt wird, die große weiße Rebsorte aus dem Norden Spaniens, Einzug in dieser südlichen Region Yecla gehalten hat. Die Macabeu ergibt zum Beispiel in der Rioja eher leichte Weißweine mit vergleichsweise hohem Säuregehalt. Man baut sie jedoch der Tradition folgend häufig im Barrique aus, was recht interessante Ergebnisse zeitigt. Selbst in der Coupage von Rotweinen wurde sie das eine oder andere Mal verwendet, um Säure beizutragen.

Die Bodega Castaño hat es verstanden, aus dieser im Norden weit verbreiteten Rebsorte mit ihrem stark floralem Charakter einen vorzüglichen weißen Trinkwein für alle Tage zu zaubern. Mit seinem Flaschenpreis von weniger als drei Euro gehört der Dominio Espinal Blanco 2004 zwar zum untersten Preissegment, bietet aber sehr viel. Ein ausgeprägtes Blütenaroma, aber auch angenehme Fruchtnoten werden getragen von einem ausgewogenen Säure– Alkoholspiel. Wenn Sie noch einen aromatischen, süffigen und preiswerten Dauerbegleiter suchen, sind Sie mit diesem überraschend guten Weißwein in angenehmster Gesellschaft.

Der Autor Norbert Deingruber ist Inhaber der Weinhandlung Casa del Vino in Manacor.

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