Real Mallorca gewinnt spanischen Pokal

Zehntausendfacher Jubel / Riesen-Party in Palma / Ärger um Miguel Angel Nadal

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Real Mallorca hat mit dem Gewinn des spanischen Fußballpokals den größten Erfolg der 87-jährigen Vereinsgeschichte gefeiert. Im Endspiel am Samstagabend in Elche vor 37.000 Zuschauern schlug das Inselteam den gerade aus der ersten Liga abgestiegenen Recreativo de Huelva deutlich mit 3:0.

Matchwinner war eindeutig Samuel Eto'o. Der Kameruner Nationalspieler hatte in jeder Hinsicht eine schwierige Woche, weil er kurzfristig von seinem Einsatz beim Confederations-Cup eingeflogen war. Während des Trainings musste ihm Coach Gregorio Manzano die Nachricht überbringen, dass sein Nationalmannschaftskamerad Marc-Vivien Foé während des Spiels gegen Kolumbien tot zusammengebrochen ist. Eto'o, erst sichtlich geschockt, kündigte vor dem Finale an, seine Tore dem Spieler zu widmen, „der jetzt an Gottes Seite sitzt”.

Eto'o sendete gleich zwei Widmungen gen Himmel. In der 72. Minute verwandelte der pfeilschnelle Angreifer einen Pass von Albert Riera zum 2:0: Zwölf Minuten später sorgte er für die endgültige Entscheidung, als er die beiden Abwehrspieler Loren und Begoña aussteigen ließ und Torwart Luque mit einem harten Schuss unter die Querlatte keine Chance ließ. Auch an der Führung in der 19. Minute war er entscheidend beteiligt, denn Loren foulte ihn im Strafraum. Walter „Rifle” Pandiani verwandelte den fälligen Elfmeter sicher.

Die Begeisterung kannte keine Grenzen, neben den 15.000 mitgereisten Fans saß die ganze Insel vor dem Fernseher, die Straßen waren wie ausgestorben. Nach dem Schlusspfiff trafen sich Tausende von siegestrunkenen Mallorquinistas auf der Plaza de Tortugas am Paseo del Borne, um die Copa zu feiern. Auf Mallorca gibt es diese Gelegenheit selten genug.

Riesig war auch der Empfang, den die Fans dem Team bereiteten, als es am Sonntagabend von Festland zurückkam. Bereits am Flughafen warteten knapp 3000 Menschen auf die Cupgewinner, die dem jubelnden Volk stolz die Trophäe vorführten. Im offenen Doppeldeckerbus ging es in die Innenstadt, wo wiederum Tausende die Straßen säumten, um ihre Helden und den Cup zu sehen. Auf der Plaza de Tortugas erreichte die Feier mit mehr als 10.000 Fans ihren Höhepunkt.

Damit war die Party aber noch nicht vorbei. Erst am Montag konnte sich der große Held die verdienten Ovationen abholen. Denn direkt nach dem großen Finale eilte er zu seinem Nationalteam, um am Sonntag erneut in einem Endspiel anzutreten. Den Confederation-Cup holte sich jedoch Frankreich durch ein Goldenes Tor in der Verlängerung.

Beim Besuch der Mannschaft mit Pokal bei den politischen Institutionen auf Regional– und Gemeindeebene jubelten etwa 2000 Menschen ihrem Idol zu, der ihre Huldigungen vom Balkon des Rathauses in Palma entgegennahm.

So groß der Jubel bei den Fans war, unter den Spielern war die Freude offensichtlich nicht ungetrübt. Laut Presseberichten soll das Team sogar „gespalten” sein. Der Grund für die Polemik: Den Pokal aus den Händen von König Juan Carlos nahm Miguel Angel Nadal entgegen, der die Kapitänsbinde auf dem Spielfeld trug. Eigentlich war abgemacht gewesen, dass der nominelle Mannschaftsführer Javier Olaizola ihn dabei begleiten sollte. Nach einer langen Verletzung stand er nicht im Aufgebot, saß aber mit auf der Bank. Olaizola hatte sich schon das Sportdress angezogen, als er merkte, dass sich Nadal den Ex-Kapitän Paco Soler an seine Seite geholt hatte. Frustriert wechselte er von kurzen Hosen wieder in die Jeans.

Über diese (absichtliche?) Aktion Nadals ärgerten sich offensichtlich viele Spieler. Das war auch bei den Feiern zu bemerken, wo der ein oder andere ein ernstes Gesicht zog. Nadal zog sich noch weiteren Ärger zu, weil er in einer TV-Talkshow mitmachte, die wegen „unfreundlicher Einstellung” eigentlich von der Mannschaft boykottiert werden sollte.

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