Wein der Woche

Bio-Anbau hat seinen Preis

Es gibt derzeit eine stetig steigende Anzahl von Winzern auf dem spanischen Festland, übrigens auch auf Mallorca, die sich mit Überzeugung und Herz und Seele dem ökologischen Weinanbau verschrieben haben. Das war nicht immer so. Ein Lied davon singen kann Josep Maria Albet i Noya, der zu Ende der siebziger Jahre die ersten zaghaften Schritte in diese Richtung wagte. Zu jenem Zeitpunkt existierte hierzulande nicht ein einziger ökologischer Weinbauer. Es gab in Spanien keine Kontrollbehörde, die sich dafür interessiert hätte. Demzufolge wurde mit der Chemiekeule gedüngt und Ungeziefer vernichtet, was das Zeug hergab. Sehr zum Schaden von Boden, Rebe und ihrem Endprodukt, dem Wein. Man wollte Höchsterträge bei der Ernte erzielen, egal um welchen Preis.

Der ökologische Weinbauer und Winzer arbeitet mit einer schonenden Gründüngung, die keine schädlichen Rückstände im Boden hinterlässt. Dies hat gesunde Pflanzungen zur Folge. Mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand werden die anfallenden Plagen im Weinberg durch den Einsatz von natürlichen Mitteln wie zum Beispiel schwefelhaltiger Tonerde, Brennesseln und Seealgen bekämpft. Außerdem erfordert die ökologische Weinerzeugung ein Höchstmaß an Hygiene in der Bodega selbst, um so das Schwefeln auf ein Minimum zurückzuführen.

Bei Albet i Noya ging man schließlich sogar soweit, die erste ökologische Kläranlage zu installieren, um alle organischen Rückstände zu entsorgen.

Ein weiterer Schlüssel für einen hochwertigen ökologischen Wein ist der einwandfreie Zustand jeder einzelnen Traube, die in die Bodega gelangt. Gibt es etwas Schöneres für einen Weingenießer als zu wissen, dass der Rot– oder Weißwein, den man gerade trinkt, ausschließlich von handverlesenen, gesunden Trauben stammt. Dies alles hat selbstverständlich seinen Preis, man kalkuliert dafür in etwa einen Aufschlag von 10 Prozent.

Einer der wohl interessantesten Rotweine aus ökologischem Anbau heißt Nuria und stammt, wie könnte es anders sein, von Albet i Noya aus dem Penedes. Dieser Wein besteht aus einer Coupage, die es so in Spanien noch nicht gab. Man kombinierte Merlot und Petit Syrah mit Caladoc, einer Kreuzung aus Garnacha und Malbec. Der Nuria bringt die typischen Merkmale seiner Rebsorten sehr gut zur Geltung und ist mit dem geringen Restzuckergehalt von nur 1'2 Gramm pro Liter wahrscheinlich auch für Diabetiker geeignet. Zum Preis von etwas weniger als 17 Euro können Sie jeden Tropfen dieses sauberen Rotweins genießen.

Der Autor, Norbert Deingruber, ist Inhaber der Weinhandlung Casa del Vino in Manacor.

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