Krisengewinnler Mallorca?

Die Insel könnte von den dünneren Brieftaschen profitieren

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Wir leben in der Zeit der Horrormeldungen. Jeden Tag neue Höchstpreise beim Rohöl und an den Tankstellen. Höhere Kerosinzuschläge und Streckenstreichungen bei Airlines. Der Aufschwung in Deutschland geht zu Ende, die Inflation frisst die Lohnsteigerungen auf, das Leben wird immer teurer. Und die letzte Nachricht vom Mittwoch lautet, dass Erz und damit Stahl drastisch teurer und in der Folge die Autopreise ,,rasant steigen” werden (,,Die Welt”).

Die Konsequenzen sind klar: Die Menschen haben viel weniger in der Tasche, können weniger ausgeben, müssen sparen. Auch am Urlaub. Womit wir bei Mallorca wären.

Der Flug nach Palma ist keine Langstrecke. Eine drastische Rücknahme der Verbindungen ist nicht zu befürchten. Ausnahme: Die Nachfrage sinkt deutlich.

Wird das der Fall sein? Eher nein. Denn am Urlaub haben die Deutschen auch in schlechteren Zeiten nie gespart. Angesichts der steigenden Benzin- und Autopreise ist zudem zu erwarten, dass Flugreisen an Attraktivität gewinnen. Wenn die mallorquinischen Hoteliers die Zeichen der Zeit erkennen und den Urlaubern keine Preishürden setzen, kann die Familienreise nach Mallorca günstiger sein als die mit dem Auto in die Sommerfrische in Österreich. Eine Entwicklung scheint aber auch sicher: Die Häufigkeit von Mallorca-Trips wird abnehmen; mancher wird das Wochenende eher zu Hause verbringen, als mal eben auf die Insel zu fliegen. Dafür dürfte die Aufenthaltsdauer tendenziell zunehmen, da die Reisenden den höheren Flugpreis schließlich ausnutzen wollen.

1990, als der Golfkrieg ausgebrochen war, titelte diese Zeitung: ,,Mallorca profitiert vom Krieg am Golf”. Sicherheitsbedenken führten damals zur Änderung der Reiseplanung: die Destinationen im östlichen Mittelmeer und in Nordafrika wurden gemieden, Mallorca legte zu.

Diesmal geht's ums Portemonnaie. Weil Reisen auf die Insel vergleichsweise preiswert bleiben werden, hat Mallorca erneut die Chance, zum Krisengewinnler zu werden - oder zumindest nicht sehr unter der Krise zu leiden.

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