Palma de Mallorca: Putziges Prunkstück

Die Säuberungs- und Renovierungs-arbeiten an der großen Rosette der Kathedrale in Palma gehen voran. 168 Kilo-gramm Staub und Dreck wurden bereits entfernt. Bis Mitte des Sommers sollen auch brüchige Stücke der 1236 Gläser ausgetauscht sein

Hoch über dem Hauptaltar der Kathedrale gehen die Restaurierungsarbeiten an der großen Glasrosette seit einem knappen Jahr stetig voran. „Hier ist bauliches Kunsthandwerk gefragt“, sagt Bartomeu Bennàssar, Bauleiter der Diözese von Palma. Denn man will das gläserne Prunkstück wieder originalgetreu in den Zustand des 14. Jahrhunderts bringen.

Es begann damit, dass man nur entstauben wollte. Was sich schon gelohnt hat: 168 Kilogramm Staub und Dreck wurden entfernt. Man entdeckte aber auch, dass bei vorangegangenen Restaurierungen einige Streben schlicht mit Mörtel, gemischt mit Glassplittern und Blei, zugekleistert wurden. Darunter kam ein dekoratives Kreuz zutage. Der Mörtel wurde nun ebenfalls entfernt, die Streben müssen entsprechend ausgebessert werden. Rund 400 Glasscheiben werden ausgewechselt und in die Streben eingefasst. Für die Streben muss ein bestimmter Kalkmörtel benutzt werden; nur dieses Material hält den Vibrationen stand, denen die Kathedrale durch den starken Autoverkehr auf dem Paseo Marítimo ausgesetzt ist.

Die Rosette der Kathedrale gilt mit ihrem Durchmesser von knapp über elf Metern als die größte der Welt. Die 1236 einzelnen farbigen Glasstücke sind kunstvoll zu geometrischen Mustern und Blumenornamenten zusammengesetzt. Sie entstand unter Bischof Galiani im 14. Jahrhundert.

In der Vergangenheit wurde die Rosette mehrfach beschädigt und immer wieder restauriert – 1581, 1857 und 1906. „Nicht immer glücklich“, wie Bartomeu Bennàssar sagt. Den größten Schaden erlitt die Rosette aber durch eine der wenigen Bomben, die während des Spanischen Bürgerkrieges auf Palma fielen. Bei den jetzigen Restaurierungsarbeiten richtet man sich nach Fotografien aus der Zeit vor dem Krieg.

Das Restaurierungsprojekt wurde in der vergangenen Woche ausgeweitet, der Kostenvoranschlag musste um 100.000 Euro auf 300.000 Euro erweitert werden. Diese Kosten trägt die Diözese bislang allein. Deshalb hat man die Außenarbeiten an der Rosette zunächst noch auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. „Außen ist die Verschmutzung geringer als innen“, sagt Bartomeu Bennàssar.

Mitte dieses Sommers sollen die Arbeiten an der Rosette abgeschlossen sein. Dann wirft sie wieder ungebrochen ihr farbiges Licht in den Innenraum des Gotteshauses. Am schönsten zu sehen im Frühjahr und Winter am Morgen gegen 10 Uhr. Dann ist die Kathedrale ein Wunder aus Farbe und Licht.

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