Mallorca: Jagd auf deutsche Steuersünder

Polizei, Zoll und Finanzbehörde verstärken Kontrolle ausländischer Inselbewohner

Wie stets im Herbst, wenn die allermeisten Touristen die Insel verlassen haben, hat die balearische Finanzbehörde ihre Kontrollen verstärkt. Ziel sind ausländische Inselbewohner, die nicht vorschriftsgemäß ihre Steuern in Spanien bezahlen. In der vergangenen Woche etwa kam es am Flughafen von Palma zu einer Razzia unter Autofahrern mit ausländischen Kennzeichen. Wie die Lokalpolizei mitteilt, wurden 14 Fahrzeuge kontrolliert, zwölf von ihnen hatten deutsche Nummernschilder. 13 der Autos wurden stillgelegt, weil entweder der TÜV abgelaufen war, die nötigen Fahrzeugpapiere nicht vorgelegt werden konnten oder die Ummeldung auf spanische Kennzeichen zu Unrecht nicht erfolgt war. Wer auf Mallorca Resident ist oder eine Firma hat, darf laut Gesetz nicht mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug unterwegs sein. Bei der Ummeldung wird eine Zulassungssteuer fällig, die sich der spanische Staat nicht entgehen lassen will. Außerdem zahlen nur Halter von in Spanien zugelassenen Fahrzeugen auf Mallorca Kfz-Steuer.

Die Kontrolle von ausländischen Fahrzeughaltern ist aber nicht die einzige Maßnahme, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen. In den vergangenen Wochen hat die balearische Finanzbehörde mehrere Tausend Briefe an ausländische Inselbewohner verschickt, die möglicherweise zu Unrecht keine Steuern in Spanien zahlen. Wer mehr als die Hälfte des Jahres hier verbringt, gilt als Steuerinländer. Auch Rentner müssen ihr Einkommen in Spanien dann voll versteuern. Laut Finanzbehörde in Palma gibt es viele Mallorca-Ausländer, die weder in Deutschland noch in Spanien Steuern zahlen und so den Fiskus hintergehen. Um dagegen effektiv vorzugehen, habe man nun auch mit anderen europäischen Ländern Daten abgeglichen. Insbesondere habe man sich für die Melderegister interessiert, heißt es bei der Finanzbehörde. (jm)

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