China-Küche im Zeichen der Ringe

Olympia kulinarisch: Viel mehr als Peking-Ente und Chop Suey

Mallorca. Alles logo, oder? Ausnahmsweise verweist das Logo mit den fünf Olympischen Ringen, das die fünf verschiedenen Kontinente symbolisieren soll (siehe dazu auch Kasten), mal nicht sportlich, sondern kulinarisch nach „Beijing 2008”. Die Fünf spielt nämlich neben Farbe, Aroma und Würze auch in der chinesischen Küche eine Rolle.

Genauer gesagt sind es die fünf Elemente, die im Reich der Mitte auf eine Ausgewogenheit zwischen den fünf Geschmacksrichtungen abzielen: Holz (sauer), Feuer (bitter), Erde (süß), Metall (scharf) und Wasser (salzig). Zubereitet wird darüber hinaus auch nach ausgetüftelten Ying- und Yang-Kriterien, die ebenfalls eine harmonische Balance und damit Gesundheit in die Speisen bringen sollen. So gilt es als ungeschriebenes Gesetz, keine sehr kalten Speisen zu sich zu nehmen, weil sie dem Körper Energie rauben sollen.

Eine einheitliche Kochtradition gibt es nicht, die regionalen Unterschiede sind riesig. Grob lässt sich Chinas Küche nach acht verschiedenen Regionen des Landes, von Sichuan bis Zhejiang einteilen.

Die berühmte Frühlingsrolle etwa stammt aus der Region Kanton (hier gilt übrigens auch der Hund als besondere Delikatesse). Zum anderen wird nach Farben getrennt, so verweist „rotes Kochen” auf den Hauptbestandteil Soja im Gericht.

Unzählige Zutaten und Zubereitungsarten sind inzwischen auch im Westen in fast jeder Küche anzutreffen. Übrigens: Tofu, Sojasauce, grüner Tee oder Reiswein (Sake) kommen ursprünglich nicht aus Japan, sondern wurden aus China dorthin gebracht.

Während die Zubereitung der Speisen traditionell auf Ökonomie ausgelegt ist – wichtigstes Utensil ist der Wok, mit dem sich schnell und sparsam auf offenem Feuer ein Gericht zaubern lässt – heißt Essen, das durchaus aus vier Vorspeisen, sechs Hauptgängen plus Suppe bestehen kann, vor allem eines: Kommunikation. Dabei unterscheiden sich die traditionellen Tischsitten in China erheblich von den europäischen: Schlürfen, Schmatzen, Rülpsen – alles ist erlaubt, zum Schnäuzen allerdings sucht man diskret das WC auf.

Zu den häufigsten Zutaten in der China-Küche zählen Ingwer, Sojasauce, Chili, Shitakepilze, Koriander, Bambussprossen und Tofu. Kenner monieren allerdings, dass die vielfältige und leckere chinesische Küche außerhalb der Landesgrenzen zu „ewig gleichen Nummern auf der Speisekarte” verkomme: Hühnchen, Rind oder Schwein süßsauer, Chop Suey (ein Art „Reste-Eintopf” aus Gemüse und Fleischstreifen), das war's.

Andererseits: Mag die chinesische Kochkunst in ihrer Heimat noch so vielfältig und lecker sein, hier ist und bleibt sie eher ein Phantasie-Produkt: Es gibt sie genauso wenig wie eine „Europa-Küche”.

Kommentar

Nutzungsbedingungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

Noch kein Kommentar vorhanden.