Dieter Bohlen – Mallorca statt Tötensen

500.000 Besucher auf der dreitägigen Balearen-Show in Berlin. Stargast Dieter Bohlen lockte zum Auftakt die Massen. Giganten und Feuerteufel heizten den Zuschauern ein, die Gratis-Kostproben waren der Renner

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Mallorca/Berlin - Keine Ahnung, wer mehr strahlte, die Sonne über dem Alexanderplatz oder Musikproduzent Dieter Bohlen, der in Berlin als Stargast die Werbetrommel für Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera drehte. Die Balearen-Show, die das Tourismus-Ministerium der Inseln erstmals im Herzen der Bundeshauptstadt organisiert hatte, lockte vom 5. bis 7. Juni eine halbe Million Besucher und übertraf die Erwartungen der Veranstalter bei Weitem.

Während es auf den Inseln teilweise sogar regnete, herrschte in Berlin geradezu hochsommerliche Atmosphäre. "Wir haben die Sonne mitgebracht", verkündete der balearische Tourismusminister Francesc Buils zum Auftakt des dreitägigen Spektakels. Bis zu 90 Mitarbeiter, unter ihnen Handwerker, Musiker, Sänger, Künstler, Tänzer, Techniker und Trachten-Teufel sowie ein Dutzend menorquinischer Pferde waren für 700.000 Euro nach Deutschland geschafft worden, um den Alexanderplatz in eine fünfte Balearen-Insel zu verwandeln. Unter dem Motto "Berlin entdeckt die Balearen" konnten die Bundesbürger das Treiben der "Dimonis" verfolgen, Lebensmittel der Inseln gratis probieren, den musikalischen Darbietungen lauschen, traditionelle Handwerkskunst kennenlernen oder sich an den Ständen über die Inseln als Reiseziel informieren.

Und gleich zum Auftakt ein Höhepunkt wie Dieter Bohlen. Hunderte seiner Fans waren gekommen, um zu erleben, wie ihr Idol von Mallorca und den Schwesterinseln schwärmte. Mitunter kam es zu tumultartigen Szenen, als Autogramm-Jäger den blonden Musik-Mogul und Ex-Modern-Talking-Sänger umringten. In bekannt-heller Stimmlage begrüßte der "Deutschland-sucht-den-Superstar"-Juror die Massen und die erwartungsvoll aufgereihte Politprominenz der Inseln mit einem "Ja, hallo erstmal", um sich dann als Mallorca-Fan zu bekennen, der seit 35 Jahren auf die Insel fliege. Er sei stolz darauf, die Balearen vertreten zu dürfen. "Ich kenne niemanden aus Tötensen, der das je geschafft hat - also schon wieder ein Rekord", witzelte Bohlen unter Anspielung auf sein Heimatdorf bei Hamburg.

Und noch ein Geheimnis verriet der Musikproduzent: Seinen ersten Hit "You're my heart, you're my soul" habe er 1984 nicht etwa in Tötensen komponiert, sondern - auf Mallorca. Soll noch jemand behaupten, auf der Insel würde Kunst nicht ausreichend gefördert.

Das Präsentieren der Archipels-eigenen Kultur war eines der Beweggründe der Inselregierung, die Balearen-Show in Berlin auf die Beine zu stellen. Das Ziel war es, den Endkonsumenten zu Urlauben auf den Sonnen-Eilanden zu motivieren "Wir wissen, dass die Inseln hier keiner Vorstellung bedürfen, weil Sie sie alle gut kennen - aber wir wollen Sie alle einladen, die anderen Attraktionen der Inseln kennenzulernen", sagte der balearische Ministerpräsident Francesc Antich. Die Inseln haben nach seinen Worten viel mehr zu bieten als Strand, Sonne, Meer. "Wir wollen, dass alle, die kommen, neben guten Hotels auch saubere und sichere Strände vorfinden, dazu effiziente Dienstleistungen, eine einzigartige Landschaft, reichhaltige Kultur und eine einmalige Gastronomie", sagte Antich. Er biete den Berlinern und Berlin-Besuchern die balearische Gastfreundschaft an, "die unsere beste Visitenkarte ist".

Der Rundgang nach den Festreden vorbei an den Ständen und Zelten wurde zu einem Triumphzug für Bohlen, Antich und die übrigen Balearen-Repräsentanten. Mitunter schien ein Durchkommen kaum möglich. Besonderen Anklang fand das Dresseurreiten mit menorquinischen Pferden. Jeweils vier Tiere und Reiter stellten eindrucksvoll ihr Können unter Beweis. Mit 200.000 Schaulustigen war der Samstag der besucherstärkste Tag. Er endete, wie die anderen auch, mit einem infernalischen Feuerwerk der "Dimonis".

Tourismusminister Buils hatte die Bundesbürger eindeutig wissen lasen: "Wir erwarten Euch."

Sie werden wohl kommen. Nach Prognosen des Spanischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin rechnet man mit vier Prozent mehr "alemanes".

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