Mohammed H. begeisterte sich für das Geländespiel "Airsoft" und zeigte sich gerne im Army-Look.

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Der entscheidene Tipp, der zur Festnahme des mutmaßlichen IS-Unterstützers Mohammed H. in Palma de Mallorca geführt hat, kam offenbar vom britischen Geheimdienst. Das berichtet die Tageszeitung Ultima Hora. Die notwendigen Informationen über die Online-Aktivitäten des Mannes hatte offenbar der Nachrichtendienst GCHQ gesammelt, der mit Verfahren zur Datenübertragung und der Fernmeldeaufklärung befasst ist.

Unterdessen werden immer neue Details zur Person Mohammed H. bekannt. So soll der 26-jährige leidenschaftlicher Motorradfahrer gewesen sein, fiel bei seinem Hobby aber vor allem durch Raserei auf. In sozialen Netzwerken zeigte sich H. häufig in Militär-Outfits, vor allem wenn er seinem Lieblingssport "Airsoft" nachging, einem taktischen Geländespiel, bei dem kriegsähnliche Handlungen simuliert werden. Von seinen Kameraden wird H. als "normaler Typ" bezeichnet. Die Behörden gehen davon aus, dass er die Sportart und das damit verbundene Fitness-Training nutzen wollte, um sich auf seinen Kampf im Nahen Osten vorzubereiten.

Einige Ungereimtheiten gibt es dennoch: So solidarisierte sich H. nach den Terror-Anschlägen von Paris mit den Opfern und färbte – wie Millionen andere Nutzer auch – sein Profilbild im sozialen Netzwerk Facebook in den Nationalfarben Frankreichs. Auch begeisterte er sich für das Sturmgewehr G36, das hauptsächlich von Militäreinheiten westlicher Länder benutzt wird und nicht etwa für das von Terroristen verwendete AK47. Bei seinem Verhör am Mittwoch beteuerte H.: "Es ist alles ein großes Missverständnis, ich bin kein Terrorist."

Der Marokkaner war am Dienstag von Spezialkräften der Polizei im Problemviertel Son Gotleu festgenommen worden. Die Ermittler werfen ihm vor, als IS-Helfer in sozialen Netzwerken Gleichgesinnte für den Krieg in Syrien gesucht zu haben. Die Familie des Mannes musste am Mittwoch einen ärztlichen Dienst in Anspruch nehmen, da sich einige Familienmitglieder offenbar krank fühlten. Die Sanitäter ließen sich von Polizisten in die Wohnung begleiten. (cze)