Neue Hoffnung für Aqua Mágica

Die Zeichen stehen gut, dass das Konsortium der Playa de Palma bald zwei gewaltige Hürden nimmt: Für das Einkaufszentrum bei Can Pastilla und für das nötige Reformgesetz besteht parteiübergreifend Konsens

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Monatelang, wenn nicht sogar jahrelang, tat sich an der Playa de Palma nur sehr wenig, was die Sanierung der heruntergekommene Tourismusmeile anbelangt. Doch nun, noch vor der politischen Sommerpause im August, soll alles Schlag auf Schlag gehen. Für gleich zwei wichtige Problempunkte will das „Konsortium zur Aufwertung der Playa de Palma” Lösungen gefunden haben – und dies parteiübergreifend im Konsens. Geht alles glatt, soll das Balearen-Parlament noch Ende Juli das Gesetz zur integralen Sanierung der Playa de Palma verabschieden. Mit diesem Regelwerk erhält das Konsortium eine Rechtsgrundlage, um das städtebauliche Vorhaben – als Pilotprojekt für ganz Spanien – umzusetzen. Im Klartext: Das Gesetz gibt dem Konsortium die juristischen Machtmittel in die Hand, Immobilien zu enteignen, umzuwidmen, abzureißen und zu genehmigen.

Der zweite Problemkomplex, der ebenfalls rasch und einvernehmlich aus der Welt geschafft werden soll, ist die Genehmigung für das angestrebte Einkaufs- und Freizeitzentrum Aqua Mágica in Can Pastilla. Das Vorhaben war 2008 von der Balearen-Regierung gestoppt worden, um das Feuchtgebiet Ses Fontanelles zu schützen. Seitdem liegt die Privatinvestition des mallorquinischen Unternehmers Guillem Alomar auf Eis.

Für die Playa de Palma ist das Projekt – gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten – ein Vorhaben der Superlative: 150 Millionen Euro will der Geschäftsmann dort investieren. 2000 Arbeitsplätze solle allein der Bau der Freizeitzentrums schaffen, 1500 Plätze werden es sein, wenn der Konsumtempel fertiggestellt ist.

Der Hotelverband an der Playa hatte sich von je her für das Projekt stark gemacht. Um so empörter reagierte die Branche, als die Balearen-Regierung das Vorhaben stoppte, um die Schilf-Fläche zwischen Autobahn und Strandlinie vor Bebauung zu schützen.

Seit 2008 sind zwei Verwaltungsklagen des Investors vor Gericht anhängig. Nun kommt von anderer Seite Bewegung in die Angelegenheit: Wie „Ultima Hora” am Sonntag berichtete, bietet das Konsortium der Investmentgesellschaft Aqua Mágica alternative Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft des Feuchtgebiets an. Die bebaute Fläche würde zwar kleiner ausfallen, aber immer noch 50.000 Quadratmeter betragen.

Politische Beobachter gehen davon aus, dass eine Einigung noch vor dem 20. Juli erzielt werden könnte. An diesem Tag findet – in außerordentlicher Sitzung – die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Sanierung der Playa de Palma statt. Die zweite Lesung samt Verabschiedung solle am 27. Juli erfolgen. Die Zustimmung aller Parteien gilt als sicher. Ende vergangener Woche hatten sich Regierungskoalition und Opposition schriftlich darauf verständigt, dem Gesetzentwurf zuzustimmen.

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