In Palma 288 Flüge gestrichen

Deutsche Rückreisende fliegen zum Teil zum spanischen Festland, um von dort per Bahn nach Hause zu fahren (Zusammenfassung)

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Die Lavawolke aus einem isländischen Vulkan hat auch am Samstag den Flugverkehr an Palmas Airport weitgehend lahmgelegt. Da der Luftraum in Nord- und Mitteleuropa weiter gesperrt blieb, konnten Tausende Urlauber die Insel nicht per Flugzeug verlassen. Seit Ausbruch des Vulkans am Donnerstag mussten bis Samstagabend 288 Balearen-Flüge von und nach Mallorca beziehungsweise Ibiza abgesagt werden. Betroffen waren vor allem Deutsche und Briten sowie Reisende aus den Beneluxstaaten und Skandinavien. Von den gestrichenen Flügen betrafen ein Großteil Verbindungen nach Deutschland.

Möglich waren allerdings Flüge zum spanischen Festland. Nach Angaben von Mitarbeitern der Fluggesellschaften buchten deutsche Passagiere zum Teil nach Barcelona und Valencia an der spanischen Ostküste um, wenn noch ein Platz ergattert werden konnte. Sie wollten von dort aus mit der Bahn die Reise in die Heimat anzutreten.

Reiseveranstalter wie die Tui gaben bekannt, auch die zweite notwendig gewordene Hotelnacht ihrer Reisegäste zu übernehmen. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich rund 2800 Pauschalreisende der Tui in Hotels auf der Insel. Das Flugverbot solle vorerst bis Sonntagmittag weiterbestehen. Ob dann der Flugbetrieb aufgenommen werde, sei aber noch weiter unklar.

Von dem Flugverbot am Freitag waren rund 35.000 Reisende betroffen, die die Balearen anfliegen oder wieder verlassen wollten. Am Flughafen in Palma war es in den späten Freitagabend- und Nachtstunden weitgehend menschenleer gewesen. Mitarbeiter der Airlines empfahlen den Menschen Hotels in der Nähe des Airports, etwa an der Playa de Palma. Wer ohne Reiseveranstalter nach Mallorca gefolgen war, musste die Kosten für die Übernachtung aus eigener Tasche zahlen. Ein findiger Hotelier unweit der bei deutschen Urlaubern beliebten "Bierstraße" hatte an die Flughafenmitarbeiter einen Stapel Visitenkarten verteilt, damit sie seine Herberge Ratsuchenden empfehlen konnten. Das Angebot lautete 20 Euro pro Übernachtung pro Gast inklusive Frühstück.

Das Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida, das Palmas Hafen jeden Freitagabend verlässt, musste mit nur 300 Gästen an Bord auslaufen, da neue Gäste aus Deutschland nicht per Flugzeug anreisen konnten. Rund 600 Passagiere aus Deutschland sollen nun per Bus nach Valencia befördert werden und dort an Bord gehen.

Mit dem Flugverbot konnten auch viele Urlauber aus Nordeuropa nicht nach Mallorca reisen, die hier bereits Hotels gebucht hatten, sagte ein Sprecher des Hotelsverbandes. "Wir wissen zwar nicht, wie lange diese Situation andauern wird, aber der Schaden ist jetzt schon da." (as)

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