Nach Flugzeugabsturz: Stiller Abschied

Rund 400 Besucher beim Trauergottesdienst zum Gedenken an die 97 polnischen Opfer des Flugzeugabsturzes

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Neben dem Kondolenzbuch steht ein gerahmtes Foto mit Trauerflor: Gedenken an den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, der am Samstag beim tragischen Flugzeugunglück von Smolensk mit seiner Ehefrau und weiteren 95 Passagieren ums Leben kam. Wie schon tagsüber in der polnischen Botschaft in Son Peretó können am Dienstagabend auch die Besucher des Trauergottesdienstes in der Kathedrale La Seu ihre Solidarität bekunden. Die meisten Einträge sind auf Polnisch, die Worte "tragedï" und "katastrofie" trotzdem immer wieder zu erkennen. Doch nicht nur von der polnischen Bevölkerung auf Mallorca - sie umfasst rund 4000 Menschen - seien in den vergangenen Tagen zahlreiche Kondolenzbekundungen auch per Anruf und E-Mail eingegangen, betont die polnische Honorarkonsulin Silvia Riera, die Anteilnahme anderer Nationalitäten auf der Insel sei ebenfalls überwältigend gewesen: "Unabhängig von allen Unterschieden im Glauben oder in politischen Systemen ist uns eine Welle von Solidarität, Hilfsangeboten und emotionaler Unterstützung auf allen Ebenen entgegengekommen."

Zum Trauergottesdienst unter der Leitung des mallorquinischen Bischofs Jesús Murgui haben sich an die 400 Besucher in der Kathedrale von Palma eingefunden, unter ihnen viel Politprominenz der Insel. Neben dem balearischen Ministerpräsidenten Francesc Antich in der ersten Reihe sitzt Palmas Bürgermeistern Aina Calvo, zudem viele andere Würdenträger aus Kirche, Politik und Militär. Schon während des Tages hatte man im Rathaus von Palma eine Schweigeminute zum Gedenken der Todesopfer des Flugzeugabsturzes eingelegt.

Die Umstände der Katastrophe seien eben unvergleichbar tragisch, unterstreicht auch Waldemar Kondratowski, Präsident der "Vereinigung der Polen auf Mallorca", in der rund 450 polnische Residenten aktiv vertreten sind: Künstler, Unternehmer, Schriftsteller. Schließlich seien neben führenden Politikern und Militärs auch hohe Staatsbeamte und Vertreter der Gesellschaft auf dem Weg zu einer historischen Gedenkfeier im russischen Katyn gewesen, wo während des Zweiten Weltkrieges Tausende polnische Offiziere ermordet worden waren. "Und just an diesem Unglücksort", so Kondratowski, "kommt nun 70 Jahre später erneut die politische Elite des Landes, die an diese Tragödie erinnern will, auf so tragische Weise ums Leben."

Das Kondolenzbuch, sagt Konsulin Riera, werde noch bis zum Wochenende in der polnischen Botschaft bereitliegen, danach soll es nach Warschau geschickt werden. Dort soll am Samstag auch eine Trauerfeier für alle Opfer stattfinden, zu der unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama erwartet werden. Sonntag folgt voraussichtlich die Beisetzung des Präsidentenpaares in Krakau.

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