Palma de Mallorca: Boote, Broker, buntes Treiben

Der 26. „Saló Nàutic Internacional” präsentiert sich mit mehr Luxusyachten als im Vorjahr und startete mit einem gut besuchten Wochenende. Sowohl Aussteller als auch Publikum sind sich einig: Die Bootsmesse im Hafen von Palma hat ein ganz besonderes Flair. Davon können sich Interessenten noch bis Sonntag überzeugen

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Wenn die Sonne über dem Hafen von Palma strahlt, scheint die Stimmung auf der Bootsmesse gleich nochmal so entspannt. Weiße Segel und Fahnen zeichnen sich gegen den blauen Himmel ab, Besucher und Aussteller plaudern auf den Stegen, vor dem Catering- Zelt spielt eine Jazzband in der Abendsonne.

"Hier herrscht immer ein besonders schönes Ambiente, entspannt und locker", sagt Ron Boogaard, Geschäftsführer der Firma Drettmann Internacional. Zum zehnten Mal präsentiert das Unternehmen bereits hier seine Yachten. In diesem Jahr sind es insgesamt fünf Schiffe der Marken Elegance und Bandido zwischen zwischen 60 und 90 Fuß.

"Die Messe hier ist, verglichen mit Düsseldorf oder Berlin, eher klein, aber sie ist enorm wichtig für uns, weil das Publikum sehr hochkarätig ist." Selten treffe man so viele Bootseigner unter den Besuchern wie hier in Palma. Außerdem sei die Logistik einfach: "Während wir zu anderen Messen die Schiffe auf dem Landweg ankarren müssen, können wir hier die meisten Ausstellerboote einfach von einem Inselhafen zum anderen fahren."

Ganz so einfach hatte es die Firma Yates Alemanes nicht, denn die zwei Neuheiten, die sie hier zeigt, gab es bisher auf Mallorca noch nie zu sehen. Die Motoryacht "Deep Blue 46" (310.000 Euro) wurde bisher nur in Düsseldorf vorgestellt, die elegante Segelyacht "Bavaria Cruiser 55" (255.000 Euro) hat sogar Weltpremiere. Dementsprechend groß ist der Andrang am Steg.

Auf dem Weg dorthin kommen Besucher übrigens an einer weiteren Neuheit vorbei: Das "Yacht Center Palma" präsentiert hier ein Schlauchboot der Luxusklasse. Der "Albatro Tender 50", so erklärt Palma-Yacht-Center- und Marine-Superstore-Inhaber Andy Leemann, sei schneller und wendiger als ein herkömmliches Motorboot, biete aber zugleich Komfort und Luxus. 15'3 Meter misst das Schmuckstück, das 43 Knoten Spitzengeschwindigkeit erreicht. Für das Schiff mit zwei Kabinen und geräumigem Deck mit versenkbaren Tischen und roten Lederpolstern muss man allerdings auch 420.000 Euro ausgeben.

Insgesamt sechs Modelle hat Marivent Yachts hier im Wasser, unter anderem der Marken Franchini, Abati, Toy Marine, Clayman oder Fjord. Deutlich weniger Briten sieht Firmengründer Oliver Fröls in diesem Jahr unter den Besuchern, die Zahl der deutschen Interessenten sei vergleichbar mit der des vergangenen Jahres. "Wir bemerken aber ein anderes Kaufverhalten als 2008. Es werden mehr spontane, sehr späte Entscheidungen getroffen." Besonders jetzt, kurz vor Saisonstart, sei allerdings auch ein idealer Moment, um zu kaufen, es gäbe viele gute "Opportunities".

Wer nicht gleich in ein neues Boot investieren will, kann auch einfach nur das maritime Ambiente genießen und dabei Aussteller wie das Palma Aquarium, Nautikmode von Redgreen, Hersteller von Bootsgrills und diversem Zubehör oder exklusive Wasser- und Weinlieferanten kennenlernen. Cateringzelte bieten Snacks und Drinks zur Stärkung.

Ein Augenschmaus: In diesem Jahr werden vor allem mehr "Superyachten" als in den Jahren zuvor ausgestellt, ein Sektor, der der Wirtschaftskrise nach wie vor trotzt, wie auch Palmas Bürgermeisterin Aina Calvo bei ihrer Eröffnungsrede betonte.

Wichtig bleibt vor allem der Charter-Sektor, der den Balearen allein 2008 knapp 210 Millionen Euro Einnahmen verschaffte. 104.000 Chartertouristen kamen vergangenes Jahr laut Verband der balearischen Bootsvermieter auf die Insel, Tendenz steigend. Die Branche, so ist auch die einhellige Meinung auf der Messe, kann also ganz entspannt bleiben.

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