Was seid Ihr denn für Früchtchen?

Sie heißen Cherimoya, Jackfruit, Kiwano oder Rambutan – und kommen aus fernen Ländern nach Mallorca. Diese Obst-Exoten sind eine leckere und vitaminreiche Variante, dem Winter zu entfliehen und kulinarisch um die Welt zu reisen

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Warum sich im Winter nicht ein wenig Exotik ins Haus holen? Mit diesen Früchten ist das gar kein Problem: Man muss sich nur an sie herantrauen. "Es gehört für mich zum Alltag dazu, dass die Kunden mich fragen: 'Was ist das denn Eigenartiges? Und wie bereitet man das zu?', erzählt Pedro Gañarul Mateo, Leiter der Gemüse- und Früchteabteilung im El Corte Inglés. "Ich erkläre dann, wie man welche Frucht essen muss, oder gebe auch Tipps, auf welche Art sie besonders gut schmeckt." In den vergangenen Jahren hätte die Nachfrage nach außergewöhnlichen Sorten aus aller Welt stark zugenommen. "Da sind einerseits die Kunden, die aus diesen Ländern kommen, die natürlich auf Mallorca auch gern ihre Lieblingsfrüchte essen möchten", meint er, "aber mittlerweile gibt es auch sehr viele, die entweder etwas Neues ausprobieren möchten, sich mal was Besonderes gönnen. Oder aber sie entdecken hier etwas, was sie in der Fremd schon einmal gekostet haben: 'Schau mal, da ist doch die Frucht, die wir damals in Hongkong gegessen haben'".

Trotz Neugierde - mangelndes Wissen erzeuge natürlich viel Skepsis. Hat man sich aber erst einmal an etwas Neues herangetraut, kann es vielleicht auch ein neuer Liebling im Obstkorb werden. "Viele sind zum Beispiel begeistert von der Thai-Mango, die wir deswegen eigentlich immer im Laden haben", erzählt Michael Neretljak von "Gourmet-Consulting" in Llucmajor. "Denn diese Frucht hat einen flachen, langen Kern - man hat also deutlich weniger Fruchtfleischverlust als bei Mangos aus dem Supermarkt, die aus Südamerika stammen, einen dicken Kern haben und sehr hart sind, weil sie unreif geerntet werden. Die Thai-Mango dagegen wird gereift geerntet und der Kunde kann sie gleich genießen - wohingegen er bei der Lateinamerikanischen oft das Problem hat, dass sie zuerst zu hart, dann zu matschig ist und sie am Ende weggeworfen wird." Sämtliche Exoten, von der Drachenfrucht bis zu Rambutan, können bei Neretljak bestellt werden - einmal die Woche kommt die frische Lieferung von Bangkok über Frankfurt nach Llucmajor, Bestellungen für die Folgewoche werden bis Mittwoch entgegengenommen. So kann er Sonderwünschen gerecht werden. Im El Corte Inglés kommt jeden Tag ein neuer Schwung Früchte vom Großhandel in Madrid, der aus Amsterdam beliefert wird "aber wir sind natürlich abhängig, was dort ankommt", erklärt Pedro Gañarul Mateo, und die Auswahl der Früchte richte sich auch stark nachdem, ob sie gerade Saison hätten.

Manchmal wird man mittlerweile auch in großen Supermärkten wie dem "Carrefour" fündig, die auf die gestiegene Nachfrage ebenfalls reagiert haben. "Allerdings sind das mehr Basis-Produkte", sagt Pedro Gañarul Mateo, "diese richten sich eher an die Vorlieben von Einwanderern, als an Gourmets: Maracuja, Cherimoya, Yucca, Tamarillo oder Kochbananen zum Beispiel."

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