Wenn man seinen Namen bei Google eingibt,
werden rund 270.000 Einträge aufgelistet; das ist ihm allerdings
sichtlich neu. Dabei ist Johann Lafer, und das weiß er natürlich,
der zur Zeit wohl bekannteste deutsche Sterne- und Fernsehkoch
Deutschlands, keiner seiner zahlreichen Kollegen hat es über lange
Jahre zu einer solchen Präsenz in den Medien gebracht wie er.
Dass neben seinem Schloss Stromburg mit dem Gourmetrestaurant Le
Val D'Or, der Turmstube und dem Stromburg Hotel sowie dem eigenen
Fernsehstudio auch Mallorca zu Lafers Schauplätzen gehört, kommt
allerdings selten vor. „Ich kenne die Insel aus verschiedenen
Urlauben mit meiner Familie, zum Arbeiten bin ich allerdings das
erste Mal hier“, sagt der Sternekoch früh morgens im Gespräch mit
MM. Die Mühen des Vorabends sieht man ihm nicht an, über 100
Gäste eines VIP-Events wurden mit einem Sechs-Gänge-Menü à la Lafer
bedacht. Die Entwickler des Cap Vermell Community Resorts hatten
Käufer, Interessenten und Geschäftspartner zu diesem jährlichen
Event eingeladen.
Gazpacho Andaluz, 40 Stunden pochierter Nacken vom
Iberico-Schwein, Seeteufel, Limonensangria, Alm-Ochsenfilet und
eine Dessert-Komposition – zeigt ein solcher Koch-Marathon am
nächsten Morgen nicht seine Wirkung? „Nein“, lacht Lafer, „das ist
eher eine meiner leichten Übungen. Das Team war Spitze, die
Produkte hervorragend, alles lief reibungslos“, meint er zufrieden,
greift zum Frühstücksbrötchen und plaudert ein bisschen aus der
Schule. Denn auch ein Meister wie er, der schon auf eine 30-jährige
Laufbahn mit Stationen in den bekanntesten Häusern Deutschlands
zurückblicken kann, auf unzählige Auszeichnungen und die
Zusammenarbeit mit großen Namen wie Lenôtre oder Witzigmann, ist
schon ins Schwitzen gekommen.
„Ganz ehrlich, wenn ich die Verantwortung dafür habe, dass 3200
Gäste einer Großveranstaltung reibungslos mehrere Gänge serviert
bekommen, altere ich innerhalb von Stunden um Jahre“, gibt er zu.
„Wenn dann Pannen passieren, ist echtes Improvisationstalent
gefragt.“ So geschehen bei einem Ball des Sports in Frankfurt, als
der Lastwagen mit dem angerichteten Dessert mit einem Reifen in der
Einfahrt hängen blieb und alles durcheinanderpurzelte. „Da sucht
man eigentlich nur noch das kleine Loch, um ganz schnell zu
verschwinden.“ Die Traumbedingungen für seinen Job – Kochen auf
höchstem Niveau – hat er sich zusammen mit seiner Frau Silvia in
ihrem Restaurant „Le Val D'Or“ auf der Stromburg geschaffen. „Hier
kann ich mich entfalten, und meine Philosophie vom Kochen, Genießen
und Bewirten verwirklichen“.
Mit Erfolg, denn das Haus ist heute Anlaufstelle von
Feinschmeckern aus aller Welt. Kaum ein Promi, der hier nicht schon
gespeist hat. Scheinbar nebenbei machte Lafer seinen
Hubschrauber-Pilotenschein, organisiert Gourmet-Events mit
Luft-Ausflügen und betreibt neben zahlreichen Fernsehauftritten und
Events auch noch die Kochschule Table D'Or. Wie schafft man es, bei
all diesen Aktionen so gut zu bleiben und auch noch Zeit für die
Familie zu finden? „Mit viel Liebe zur Arbeit und Freude, die mir
zum Beispiel meine Zusammenarbeit mit Freunden wie Horst Lichter
bringt.“ „Lafer, Lichter, lecker“ heißt das Kochformat, in dem
nicht nur die Gerichte, sondern auch die beiden Urgesteine Lafer
und Lichter brillieren. „Wir haben uns gesucht und gefunden, wir
stellen uns vor die Kamera und legen los, das klappt immer.“
Für die Kinder kocht der Gault-Milleau- und Michelin-gekrönte
Koch nur zu besonderen Gelegenheiten. „Dafür ist meine Frau
zuständig, sie fährt jeden Mittag nach Hause und bereitet eine
anständige Mahlzeit.“ Sein eigenes Leibgericht sei übrigens ein
klassisches Wiener Schnitzel, als Beilage ein Salat mit
Kürbiskernöl. „Der Geschmack dieses Öls erinnert mich an meine
Kindheit, ich bin überhaupt ein Produktfanatiker. Wenn die
Ausgangsprodukte gut sind, dann ist der Erfolg
vorprogrammiert.“
Muss demnach Kochen so kompliziert sein, wie viele seiner
Rezepte einem durchschnittlichen Hobbykoch erscheinen? „Nein“, sagt
Lafer, „natürlich können auch einfache Gerichte ein Genuss sein,
aber mit meinem Namen ist heute ein Niveau verbunden, dass ich
weiter erfüllen möchte.“ Verständlich, warum sollte der beste
Patissier Deutschlands auch profane Quarkspeisen zubereiten? Dass
er sich lieber Zeit nimmt für Haselnussauflauf, Kürbiskernparfait
oder eine Orangencharlotte, hat der deutschen Küche laut unzähligen
Medienberichten und Feinschmeckern viel Ruhm gebracht.
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