Im Trend: Eine Portion Kochkunst

Dass es in einer netten Runde besser schmeckt, ist bekannt. Aber jetzt steht auch das gemeinsame Kochen ganz hoch im Kurs: Die Profis lassen sich bei Kochkursen in die Töpfe schauen und verraten den Hobbyköchen ihre Tricks

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Kochen macht sexy. Zumindest lautet so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des IPSOS-Instituts Anfang des Jahres. Demnach empfinden 38 Prozent der Männer eine Frau am Herd als besonders erotisch und 36 Prozent der Frauen halten es für anziehend männlich, wenn ihr Liebster weiß, wie er den Löffel zu schwingen hat. Kochkurs statt Fitnessstudio scheint die neue Alternative zu sein, bei der gelernt, gegessen und sicher auch eine gute Portion geflirtet werden kann - ein Markt, der boomt.

Und das auf hohem Niveau: Sternekoch Marc Fosh bietet schon lange in seinem "Fosh-Food"-Studio in Palma Kurse an, daraufhin zog der Küchenchef des Luxushotels Son Julia, Jordi Calvache, mit lehrreichen Abendstunden am Herd nach, mittlerweile ist auch Koldo Royo in die Stapfen der didaktischen Küchenmeister getreten.

Anfang Oktober wird nun auch die zweisternige Unterrichts-Variante an den Start gehen: Denn dann wird sich Gerhard Schwaiger aus dem "Tristán" in Portals Nous in seiner neu gestalteten Kochschule in die Töpfe schauen lassen.

Wer sofort damit beginnen möchte, in Sachen kulinarischer Eigenkreationen eine bessere Figur abzugeben, kann dies in der Kochakademie "Es Puput". Im Juli geht der normale Lokalbetrieb bei Küchenchef Kurt H. Müller und seiner Frau Gabriele Pape in die Sommerpause, dafür laden sie jeden Samstag dazu ein, an Topf und Teller kreativ zu werden.

Bei seinen Kursen werden nicht Rezepte nachgekocht, sondern mit ihm entwickelt: "Ich habe eine Idee davon, wie das Gericht schmecken soll und danach wird dann gekocht." Auf diese Art sollen sich die Teilnehmer ein eigenes Gespür für Aromen, die richtige Menge und die passenden Kombinationen erarbeiten - denn gegen eine geschulte Zunge und Nase hinkten selbst die ausgefeiltesten Rezeptangaben nur hinterher.

Der Speiseplan für die Unterrichtsstunden allerdings steht schon fest: Alles wird sich um die leichte Sommerküche drehen. Limetten-Joghurt, kalte Melonen-Suppe, Kohlrabi-Carpaccio mit gebratenen Gambas, Mandel-Orangen-Parfait oder St. Petersfisch auf Melonen-Confit stehen schon auf dem Küchenzettel. Neben dem Ausprobieren neuer Kreationen reichert Müller den Kurs etwa mit Hintergrundwissen über die Wirkung von Gewürzen an und es geht natürlich auch um die richtige und professionelle Handhabe vom Küchengerät. "Die Gruppen sind auf acht Personen beschränkt, damit wirklich jeder mitarbeiten kann." Küchentechniken sind auch in den Kursen von Jordi Calvache ein wichtiges Thema: Wie filetiert man einen Fisch richtig? Wie wird Fleisch saftig gebraten? Oder welche Tricks aus der Großküche sind auch in den eigenen vier Wänden gut realisierbar?

Die einen verstehen einen solchen Profi-Kochkurs als einmalige Alternative für die Abendgestaltung, andere sehen sich als regelrechte Schüler: "Ich gebe die Kurse nun seit zwei Jahren und es gibt eine Gruppe von acht, neun Leuten, die keine Stunde versäumen", freut sich Jordi Calvache. Ein Kochkurs kann aber auch ein interessanter Urlaubsprogrammpunkt sein: Das Fincahotel Casa Girasol wirbt mit einem Komplett-Arrangement "Cocina Mediterránea" - jeweils eine Woche Fincaaufenthalt, in der sich an zwei Tagen alles um den Einkauf auf dem Markt, eine kleine Kräuterkunde und das gemeinsame Kochen mit dem deutschen Küchenchef dreht. "Selbstverständlich sind auch Gäste von außerhalb willkommen", betont die Hotelinhaberin Regina Hahn-Fels.

Das Beste an den Kursen aber kommt immer zum Schluss: Denn dann wird mit passenden Weinen verzehrt, für was man die vorangegangenen Stunden am Herd geschwitzt hat. "Meistens", verrät Gabriela Pape vom "Es Puput", "wird aus den geselligen Abendstunden dann noch eine sehr lustige Runde bis in die frühen Morgenstunden."

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