Klammern gegen den Schmerz

Ein Mallorca-Projekt geht um die Welt: die von der Fundación Kovacs entwickelte Therapie gegen Rückenschmerzen erfährt nun auch internationale Anerkennung

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Vor 20 Jahren wurde die Stiftung auf Mallorca gegründet, heute gehört sie zu einer der weltweit führenden Forschungsinstitutionen auf dem Gebiet von Rückenleiden: die Fundación Kovacs. Aus der Taufe gehoben wurde sie 1987 von dem Mallorquiner Francisco Kovacs, dem es gelang, gemeinsam mit einem internationalen Team erfolgreiche Therapien gegen das weit verbreitete Leiden zu entwickeln.

Jüngstes Beispiel ist die sogenannte „Neuroreflejoterápica” (NRT), der jetzt im Rahmen einer unabhängigen Studie sowohl Wirksamkeit als auch sichere Anwendung und Wirtschaftlichkeit bestätigt wurde. Bei dieser Methode werden dem Patienten chirurgische Klammern implantiert, um Rückenschmerzen zu lindern (siehe auch Interview). Erstellt wurde die Studie von der internationalen Zeitschrift „Health Policy”, womit die mallorquinische Therapie auf einen Schlag weltweit bekannt wurde. Das Fachmagazin „Spine” veröffentlichte die Ergebnisse dieser neuen Studie ebenfalls. Die Behandlung verspricht, nicht nur chronische Leiden zu lindern, sondern auch die Staatskasse zu entlasten, denn NRT ist einfach anzuwenden und kostengünstig.

Die gemeinnützige Stiftung, deren Ehrenvorsitz der spanische König Juan Carlos übernommen hat und deren Patronat die Inhaber fast aller bedeutenden mallorquinischen Unternehmen angehören, finanziert sich heute bereits zu 85 Prozent selbst und arbeitet auf drei Gebieten: medizinische Forschung, medizinische Behandlung und Förderung des Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung. Zu Letzterem gehören unter anderem Aufklärungskampagnen an den Schulen, da viele Rückenleiden, so der Stiftungsgründer, ihren Ursprung in falscher Haltung, zu wenig Sport oder schlechter Ernährung haben.

345 Ärzte weltweit arbeiten heute mit der Fundación Kovacs zusammen, angefangen von wissenschaftlichen Projekten bis hin zur Betreuung der in dieser Art einmaligen Website www.espalda.org, auf der sich monatlich bis zu 600.000 Fachleute und Patienten über den neuesten Stand der Forschung informieren.

Neben dem Hospital Cruz Roja in Palma bietet die Stiftung medizinische Behandlung in Krankenhäusern und Arztzentren in Madrid, Katalonien und Asturien an. Seit drei Jahren therapiert die balearische Gesundheitsbehörde IB Salut chronische Rückenpatienten mit der NRT-Methode, allein 2006 waren es 1600 Fälle. Bei 80 Prozent der Therapierten stellte sich eine wesentliche Besserung der Beschwerden ein.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet ist. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung weltweit haben Rückenprobleme, rund 27 Prozent leiden unter chronischen Schmerzen. Diese 27 Prozent machen 80 Prozent der Gesamtkosten im Gesundheitswesen der Industriestaaten aus. Allein in Spanien verursacht die Behandlung dieser Patienten Kosten bis zu 2'1 Prozent des Bruttosozialaproduktes, einer der Gründe Kovacs, sich auf die Erforschung dieses Gebietes zu spezialisieren.

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