Ohne Boots- Führerschein in See stechen

Charterfirmen entdecken Marktlücke: Schiffchen bis vier Meter und 13,5 PS

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Leise schnurrt der kleine „Pulpo” vom Hafen in Portopedro in Richtung offenes Meer. Der Wind weht mäßig aus Ost und sorgt bereits in Leuchtturmhöhe für Halbmeter-Wellen, die das vier Meter lange Schlauchboot sanft auf und ab wiegen. Dank des Festrumpfes liegt der Winzling aber gut im Wasser. Von dem bequemen und in dieser Klasse nicht üblichen Steuerstand lässt sich das Schiffchen auch von nautisichen Neulingen sicher kontrollieren. Und genau um diese Zielgruppe geht es Heico Cordes und „Eddie” Brandes auch. Die beiden Hamburger erfüllten sich einen Traum und verchartern seit Juni Boote, die in spanischen Gewässern ohne Führerschein von jedermann gefahren werden dürfen.

Auch in anderen Insel-Häfen können unterschiedlich ausgestattete Minis ohne Fahrerlaubnis gemietet werden. Einzige Bedingung: die Boote dürfen bis vier Meter lang und mit höchstens 13'5 PS motorisiert sein.

Nach einer kurzen Grundeinweisung in die Materie geht es auch schon los. „Das ist kein Hexenwerk. Die Leute kommen schon nach wenigen Metern mit den Schlauchbooten klar”, beruhigt Heico. Vorwärtsgang, Leerlauf, Rückwärtsgang. Eine Kupplung gibt es nicht. Fast wie ein Automatik-Auto, nur nicht so schnell.

Die Boote seien zwar für sieben Personen zugelassen, idealerweise würden sie aber von einem Elternpaar mit zwei bis drei Kindern benutzt. Von der Schwimmweste für jedes Besatzungsmitglied bis hin zum Bengalischen Feuer habe man alle vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstungen an Bord. Und einen kleinen Anker natürlich auch.

Heico empfiehlt seinen Kunden meist die Südroute. Vorbei an der Steilküste zu den schönen Stränden von Mondragó, zur Cala d'Or oder einen Abstecher in den schnuckeligen Hafen von Figueras. Das ist alles nicht weit weg und die Fahrt dorthin ein Erlebnis für die ganze Familie.

Einen Geschwindigkeitskoller bekommt niemand an Bord. Behäbig kämpft sich das auf „Pulpo” getaufte Schiffchen durch die von den dicken Schlitten verursachten Wellen. Manchmal scheint es, dass der tatsächlich Tentakel hat, die sich irgendwo festkrallen. Nicht ohne Grund wird vom Hersteller eine Motorisierung von 30 bis 40 PS empfohlen. Dafür braucht man dann allerdings einen Führerschein.

Ganz billig ist der Skipper-Spaß nicht. Die erste Stunde kostet 50, ein Halbtagestörn 150 Euro, Sprit inklusive. Eine Kaution in Höhe von 50 Euro und ein gültiges Personaldokument sei Bedingung, eine Reservierung (Tel.: 617-818777), so Heico, empfehlenswert. „Wir haben nur vier Boote.”

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