Reiseveranstalter: „Früher Vogel fängt den Wurm”

Viel früher als bisher werben Reiseveranstalter und Airlines um Frühbucher für den kommenden Winter. Beide Seiten werden dadurch zum Gewinner: Die Unternehmen erhöhen ihre Planungssicherheit, die Kunden erhalten Preisrabatt

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Der Sommer hat auf Mallorca noch gar nicht angefangen, da hat der Winter die Insel scheinbar schon wieder fest im Griff. Deutlich früher als sonst präsentieren die deutschen Reiseveranstalter und Fluggesellschaften ihre Winterkataloge und Flugpläne für die kalte Jahreszeit, die nach der Sommerhitze gewiss irgendwann kommen wird. Doch egal, wie tief das Quecksilber von November an fallen mag – Mallorca steht auf sicherer Seite. Schon jetzt ist klar, welche Hotels im Winter geöffnet haben werden, und ein Blick in die Winterflugpläne zeigt, dass es im Vergleich zum Vorjahr nicht weniger, sondern mehr Flugverbindungen geben wird.

Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: Frühbuchungen führen weg vom Last-Minute-Trend und erhöhen die Planungssicherheit des Managements. Die Kunden wiederum werden für ihr vorzeitiges Festlegen mit Preisnachlässen belohnt. Früher wurden Angebote für den Winterurlaub erst Ende Juli, Anfang August präsentiert.

Als ausgesprochener Frühstarter erwies sich in diesem Jahr Air Berlin. Die Airline gab bereits Mitte Mai, vor allen anderen Mitbewerbern, den neuen Winterflugplan bekannt. Die Zahl der Flugverbindungen steigt im direkten Wintervergleich mit Blick auf Mallorca um zwölf auf 196 pro Woche. So wird es eine zweite tägliche Flugverbindung nach Palma-Madrid sowie mehr Verbindungen nach Berlin, Stuttgart und Linz geben.

Die frühe Buchungsfreigabe für den Winter 2006/07 hing teils mit dem Börsengang der Air Berlin zusammen, der fast zeitgleich über die Bühne ging. Doch Unternehmenssprecher Peter Hauptvogel führt als Grund die Dienstleistungsorientierung der Airline an. „Es ist für die Kunden immer besser, früher ihre Flüge buchen zu können. Je früher, je günstiger.” Vielflieger und Pendler kämen dadurch in den Genuss von Schnäppchen-Tickets und könnten ihre Termine leichter im Voraus planen. „Der frühe Vogel fängt den Wurm”, sagt Hauptvogel in Anlehnung eines englischen Sprichwortes.

Auch beim größten deutschen Reisekonzern, der TUI AG, sieht man die Low-Cost-Logik – „je früher, desto günstiger” – längst etabliert: Unter dem Titel „Winter-Sparen” brachte der Konzern bereits Ende Mai erstmals einen Vorabkatalog heraus. Frühbucher können damit im Vergleich zum erst später erscheinenden Hauptkatalog um bis zu 300 Euro günstiger verreisen. Mallorca ist im Vorabkatalog mit elf Hotels im 3– und 4-Sterne-Segment vertreten. „Die TUI hat gerade im Winter eine hohe Stammkundenquote unter älteren Touristen auf Mallorca, und auch Palma hat sich als Shoppingziel durchgesetzt”, sagt Konzernsprecherin Anja Braun.

TUI ahmt mit diesem Schritt nach, was Mitbewerber Neckermann (Thomas Cook) bereits im Vorjahr als Pilotprojekt vorexerzierte. In diesem Mai veröffentlichte Neckermann bereits zum zweiten Mal einen Vorabkatalog namens „Winter Vorverkauf”. Darin ist etwa eine Woche Mallorca ab 199 Euro zu haben. Die Zahl der angebotenen Hotels sank allerdings im Wintergleich von elf auf neun.

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