Eine ganz schwierige Frage

Deutsche Eltern und die Schulwahl auf Mallorca

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Ein Desaster – anders kann man die Entwicklung an der deutschen Schule in Magaluf nicht bezeichnen. Wieder einmal steht eine deutsche Bildungseinrichtung auf Mallorca vor dem Scheitern. Die Leidtragenden sind die Kinder.

Für Mallorca-Zuwanderer mit Nachwuchs bleibt die Wahl der Schule mit das Schwierigste, das es zu regeln gilt. Ein Grund: Der deutsche Staat sieht sich nicht in der Pflicht, auf Mallorca eine Auslandsschule zu unterhalten. Das kann man ihm auch nicht verdenken. In Zeiten, in denen Arbeitslosenhilfen zusammengestrichen werden, sind die schulischen Belange von Deutschen, die in aller Regel ganz freiwillig in sonnige Gefilde auswandern, nicht vorrangig.

Aber! Es müsste ja nicht gleich die Komplettfinanzierung einer Schule sein. Häufig wäre ja schon damit geholfen, wenn die deutsche Verwaltung bestehende Initiativen fachlich unterstützen würde, etwa in puncto Qualitätskontrolle. Das müsste der deutsche Staat doch noch aufbringen können.

Doch so schmoren die Colegios Alemanes im eigenen Saft, und allzu viel hängt vom Engagement der jeweiligen Schulleiter ab. Ging es „Can Hasso” in Magaluf unter Gründer Frank Bauchrowitz nicht recht gut? Unter diesem Eindruck kann einen auch die offenbar positive Entwicklung der anderen deutschen Schule, Eurocampus, nicht wirklich beruhigen. Was, wenn die rührige Chefin – aus welchen Gründen auch immer – eines Tages aufgeben muss?

Nun ist Mallorca kein Drittweltland. Es gibt private, halbstaatliche und staatliche Schulen, die in ausreichendem Maße auf die Berufswelt vorbereiten – aber eben nicht auf die Rückkehr nach Deutschland. Das klappt ohne zusätzliche Hilfen nicht.

Eltern, die nach Mallorca auswandern wollen, sollten sich daher nicht nur fragen, auf welche Schule sie ihr Kind schicken sollen. Am Anfang muss die Überlegung stehen, ob der Drang gen Süden mit den Bedürfnissen des Kindes überhaupt in Einklang zu bringen ist. Mallorca ist nicht Deutschland, und Auswandern mehr als ein Wohnortwechsel. Wer Kinder hat, muss sich dessen in besonderem Maße bewusst sein.

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