Peter Fankhauser (2.v.r.) während der Pressekonferenz. | assumpta Bassa

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Nachdem die Linksparteien auf Mallorca eine Verdoppelung der Gebührensätze der Steuer für nachhaltigen Tourismus vereinbart haben, kommt vom Branchenriesen Thomas Cook Kritik an dem Vorhaben. "Wir sollten die Preise nicht weiter künstlich erhöhen", mahnte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Peter Fankhauser, am Mittwochabend in Palma.

Bereits die erste sogenannte Ökosteuer auf den Balearen vor über einem Jahrzehnt habe negative Auswirkungen auf das Tourismusgeschäft gehabt, sagte der Tourismusmanager vor Inselmedien. Er appellierte an die Tourismusverantwortlichen der Insel, "das Gleichgewicht zwischen Qualität und Preis ausgewogen zu halten".

Das Pressegespräch auf Mallorca hat fast schon Tradition: Der Reiseveranstalter, zu dem insbesondere die Marke Neckermann gehört, schickt nicht das erste Mal den Vorstand auf die Insel, um mit Hotelpartnern vor Ort enge Fühlung aufzunehmen und sich unter anderem für die bewährte Kooperation zu bedanken. „Spanien ist unsere wichtigste Destination, und gemeinsam mit unseren Partnern insbesondere auf den Balearen werden wir weiter zusammenarbeiten, um ein nachhaltiges touristisches Wachstum zu gewährleisten“, sagte Fankhauser in Palma.

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Nach seinen Worten trage Thomas Cook als einer der größten Reiseveranstalter in Europa mit bei zu den 190 Milliarden Euro, die die spanischen Wirtschaft durch den Tourismus erlöse. Das Geschäfts mit dem Urlaubern stelle 15 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts, der Sektor zähle 2,7 Millionen Beschäftigte.

Fankhauser würdigte das gute Zusammenspiel mit den spanischen Unternehmern in der Hotellerie. Gemeinsam setze man neue Standards in Sachen Qualität und erholsame Urlaube für die Gäste.

Neben Deutschland ist Thomas Cook besonders auch im britischen Quellmarkt aktiv. Dort hatten in der Vergangenheit negative Entwicklungen den Reiseunternehmern Sorgen bereitet. Vor allem falsche Krankmeldungen von Urlaubern, die dann zu ungerechtfertigen Entschädigungszahlungen durch die Hoteliers führten, hatten die Branche verunsichert. Jetzt seien jedoch juristische und politische Wege gefunden worden, um diesen Betrugsdelikten zu begegnen, auf die sich angebliche Verbraucherschutzvereinigungen in England spezialisiert hatten.

Nach Fankhausers Worten werden berechtigte Krankheitsmeldungen, etwa wenn ein Gast am Hotelessen erkrankt sein sollte, entschädigt. Gegen alle anderen falschen Reklamationen werde jedoch die britische Rechtsabteilung von Thomas Cook konsequent vorgehen.